Insolvenzverfahren für Praktiker und Max Bahr eröffnet

Die Insolvenzverfahren für die Baumarktketten Praktiker und Max Bahr sind eröffnet. Zu Insolvenzverwaltern wurden Jens-Sören Schröder und Christopher Seagon sowie Udo Gröner von den Gerichten in Hamburg und Saarbrücken bestellt.

Das teilten die drei und die Hamburger Gerichtssprecherin am Dienstag mit. Das Trio hatte schon zuvor das Sagen und arbeitet nach eigenem Bekunden eng zusammen. Ihre Investorensuche ist voll im Gang. Nunmehr können die Gläubiger ihre Forderungen bei den Verwaltern anmelden.

Es seien verbindliche Angebote von Investoren für die Übernahme der Baumarktkette Max Bahr (132 Filialen) angekündigt, sie würden zeitnah erwartet, berichteten die Verwalter, ohne ein Datum zu nennen. Diese Angebote würden geprüft und den Gläubigerausschüssen vorgelegt. Auch für Praktiker-Märkte gebe es Investoren, die an einzelnen Standorten oder Paketen interessiert seien. Entscheidungen sollen im Laufe des Monats Oktober fallen. Bei der Praktiker AG als Konzernholding hat nun nicht mehr der Vorstand, sondern Insolvenzverwalter Gröner das Heft des Handelns in der Hand.

Nach der Baumarktkette Praktiker hatte auch deren Tochter Max Bahr im Juli Insolvenzanträge für ihre Bestandsfilialen sowie ehemalige, von Praktiker auf Max Bahr umgerüstete Standorte eingereicht. Insolvenzgründe waren Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit.

In 130 Praktiker-Märkten war im September der Ausverkauf der Waren gestartet worden, weil es keinen Interessenten für die Marke gab. Leere Flächen scheinen für Konkurrenten oder Handelsunternehmen attraktiver. Für 51 Praktiker-Filialen war dagegen schon das Aus besiegelt. An 20 Standorten sei der Leerverkauf beendet und die Filialen geschlossen. «Ich sehe aufgrund dieser unterschiedlichen Angebote gute Chancen, dass zahlreiche Praktiker-Beschäftigte weiterhin einen Arbeitsplatz haben werden», sagte Seagon zu den Standorten.

Bei acht operativen Praktiker-Konzerngesellschaften sind 7600 Menschen beschäftigt, in der Konzernholding rund 340. Hinzu kommen 6400 Mitarbeiter der Max-Bahr-Filialen.

Die 132 Max-Bahr-Märkte werden als Perle des Konzerns angesehen, darunter sind 54 umgeflaggte Praktiker-Filialen. Für diese ist Verwalter Seagon zuständig, für die anderen 78 Schröder. Als Interessenten für Max Bahr kursieren mehrere Investoren, darunter die saarländische Handelskette Globus, ein Konsortium um die Dortmunder Baumarktkette Hellweg sowie ein weiterer strategischer Investor. Die Insolvenzverwalter nennen wegen der laufenden Suche keine Namen.