Institut: 80 Prozent aller Haushaltshilfen arbeiten schwarz

Ungeachtet der Bemühungen um mehr Mini-Jobs in deutschen Privathaushalten arbeitet die überwältigende Mehrheit der Haushaltshilfen weiterhin schwarz. So waren nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rund 80 Prozent der Haushaltshilfen - und damit insgesamt etwa drei Millionen Menschen - im vergangenen Jahr illegal beschäftigt.

Institut: 80 Prozent aller Haushaltshilfen arbeiten schwarz
Franziska Kraufmann Institut: 80 Prozent aller Haushaltshilfen arbeiten schwarz

Der Schwarzarbeit-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz hält diese Einschätzung für realistisch. Die Zahl illegal beschäftigter Haushaltshilfen sei nach wie vor sehr hoch, sagte Schneider.

Das Problem sei, dass dies sowohl für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer Vorteile mit sich bringe: Für Privathaushalte sei es billiger, Hilfskräfte schwarz einzustellen. Und für Hilfskräfte steuerlich oft günstiger, den Zuverdienst nicht anzugeben, erklärte Schneider. Zudem hätten beide Seiten einen geringeren bürokratischen Aufwand.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet, ist Schwarzarbeit in Privathaushalten nach IW-Angaben allerdings um rund 20 Prozent gesunken. Dies hänge vor allem mit dem Anstieg der Haushaltshilfen in Minijobs zusammen, deren Zahl sich seit 2005 fast verdreifacht habe. Über den Bericht des IW hatte zuerst die «Rheinische Post» berichtet.