Intendantin richtet DOK Leipzig neu aus

Neue Intendantin, neue Pläne für das Leipziger Dokumentarfilmfestival: Leena Pasanen, die seit 100 Tagen amtierende Intendantin von DOK Leipzig, richtet das renommierte Festival neu aus.

Intendantin richtet DOK Leipzig neu aus
Peter Endig Intendantin richtet DOK Leipzig neu aus

Im großen internationalen Dokumentarfilmwettbewerb seien künftig neben klassischen Streifen auch reine Animationsfilme zugelassen, sagte Pasanen am Mittwoch in Leipzig. Das gleiche gilt für den deutschen Wettbewerb.

Die Genregrenzen würden zunehmend verschwimmen, dem wolle DOK Leipzig Rechnung tragen. Zudem sollen so im Rennen um die Goldene Taube auch abendfüllende Filme wie «Waltz with Bashir» - ein dokumentarischer Trickfilm über einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg - eine Chance bekommen. Sie seien dem Festival in seiner bisherigen Form entgangen. In der harten Konkurrenz der Festivals solle sich DOK Leipzig abheben, sagte Pasanen.

Das Leitmotiv des Dokfilmfestivals heißt in diesem Jahr «Borders and Identities» («Grenzen und Identitäten»). Dazu passe die diesjährige Retrospektive, sagte die Programmverantwortliche Grit Lemke. Ausgehend von 25 Jahren deutscher Einheit solle filmisch abgebildet werden, was der Zusammenbruch eines Staates für die Identität der Menschen bedeutet. Ein Fokus werde dabei auf Osteuropa liegen.

DOK Leipzig wird in diesem Jahr vom 26. Oktober bis 1. November veranstaltet. Während des Festivals sind rund 350 Dokumentarfilme zu sehen. Neben dem internationalen Wettbewerb werden noch eine Reihe weiterer Preise verliehen, etwa für den besten deutschen Dokumentarfilm oder für Kurzfilme. Das Preisgeld betrug in den vergangenen Jahren rund 70 000 Euro. Derzeit liefen Verhandlungen mit Sponsoren, um die Summe etwas aufzustocken, sagte Pasanen.