Internationales Medienecho zum Fernsehduell

Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) drei Wochen vor der Bundestagswahl kommentierten am Montag auch internationale Zeitungen:

«NEUE ZÜRCHER ZEITUNG» (Schweiz): «Beide Politiker blieben fair und sachlich und verzichteten auf persönliche oder gar herabsetzende Angriffe. Aufschlussreich war die Fragestunde dennoch, denn zur Verblüffung vieler zeigte sie eine kristallklar argumentierende, sehr durchsetzungsfähige Regierungschefin und einen Herausforderer, dem offenbar ans Herz gelegt worden war, sich nicht durch allzu heftige oder gar giftige Attacken auf Merkel die Gunst der Wähler zu verscherzen.»

«DIE PRESSE» (Österreich): «Steinbrück verspielt seine Chance.»

«KRONEN ZEITUNG» (Österreich): «Merkel - sehr staatstragend - und Steinbrück - sehr angriffslustig - hielten Kurs und spulten ihre Argumente ab. Eine Wende durch das Duell im bisher eher farblos verlaufenden Wahlkampf scheint so gut wie ausgeschlossen.»

«GAZETA WYBORCZA» (Polen): «Die Debatte Merkel - Steinbrück endete unentschieden, aber der SPD-Kandidat ging der Kanzlerin unter die Haut.»

«LE MONDE» (Frankreich): Das Fernsehduell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem sozialdemokratischen Herausforderer Peer Steinbrück wird die Lage wohl nicht ändern. Aber anders als die Deutschen erwartet haben ... war Angela Merkel ihrem Gegenspieler nicht eklatant überlegen.»

«DAGENS NYHETER» (Schweden): «Wenn der Wahlkampf morgen weitergeht, werden beide Parteien den Ausgang des Duells zu ihrem Vorteil interpretieren, aber der Wendepunkt, auf den die Sozialdemokraten gehofft hatten, war das wahrscheinlich nicht.»

«POLITIKEN» (Dänemark): «Insgesamt war es eine Debatte, in der Steinbrück angriffslustig und Angela Merkel etwas mehr in der Defensive war, lautet die Einschätzung von Beobachtern.»

TIMES (Großbritannien): «Aller Augen liegen auf Merkels Hals, nachdem sie in der TV-Debatte verloren hat.» ... «Ihr Rivale, Peer Steinbrück, hat noch einen Berg zu bestiegen, um sie aus dem Sitz zu heben.»

BBC (Großbritannien): «Klar ist, dass keiner der Kandidaten einen K.o.-Schlag lieferte, der den Wahlkampf grundlegend verändern würde. Merkel ist mit überwältigender Zustimmung in die Debatte gegangen, und daran dürfte sich nicht viel geändert haben.»

«EL PAÍS» (Spanien): «Steinbrück attackiert Merkel hart. Der SPD-Kandidat hielt der Kanzlerin Unentschlossenheit in der Europapolitik vor. Merkel verwies dagegen auf ihre wirtschaftlichen Erfolge.»

«EL MUNDO» (Spanien): «Merkel erringt einen hauchdünnen Sieg über Steinbrück.»

«ABC» (Spanien): «Merkel setzt sich gegen den SPD-Kandidaten Steinbrück durch. Die Kanzlerin wirkte in der TV-Debatte ruhig und selbstsicher.»

«EL PERIÓDICO DE CATALUNYA» (Spanien): «Die TV-Debatte endet mit einem technischen Remis. Der SPD-Kandidat Steinbrück machte Merkel für die Leiden der Euro-Krisenländer mitverantwortlich. Merkel kündigte an, diesen Staaten auch weiterhin Reformen abzuverlangen.»

«TA NEA» (Griechenland): «Am Ende siegte Merkels Halsband in den deutschen Farben.»

Fernsehsender bTV (Bulgarien): «Die Debatte galt als Steinbrücks größte Chance, Merkels Vorsprung in den Meinungsumfragen zu verringern. (…) Angela Merkel nutzte die Gelegenheit, ihre erfolgreiche Amtszeit an der Spitze der größten Volkswirtschaft Europas zu Zeiten einer Krise in der Eurozone zu unterstreichen.»

Staatlicher Radiosender CRI (China): «Auch wenn Umfragen Steinbrück bei der Debatte leicht vorne gesehen haben, ist der Einfluss der TV-Debatte auf die Wähler sehr begrenzt. Deshalb wird Merkel dank ihrer vielen Unterstützer mit großer Wahrscheinlichkeit wiedergewählt werden.»

«NEW YORK TIMES» (USA): «Die Auseinandersetzung war eine Sache von größtenteils anständigen 90 Minuten, die als Herr Steinbrücks letzte Chance gegolten hatten, seinen Mut zu zeigen und seine früheren Fehler vergessen zu machen.»