Interview: Hilfsbereitschaft im Netz ist riesig

Viele Helfer in den Hochwassergebieten organisieren sich über das Internet. Doch oft wirken die Hilfsangebote in den sozialen Netzwerken unkoordiniert und finden nicht den richtigen Abnehmer.

Ansgar Jonietz (28) und Johannes Bittner (28) von der Netzmanufaktur GmbH in Dresden haben die Seite fluddhilfe.de ins Netz gestellt. Auch über den Hashtag #fluddhilfe verbreiten sich die Angebote auf Twitter. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erklärt Jonietz, wie die Hilfe funktioniert.

Warum habt Ihr die Seite programmiert?

Jonietz: «Es gibt total viele Leute, die wollen helfen. Sie schreiben es bei Facebook auf ihre Pinnwand oder in bestimmte Gruppen. Und es gibt auch viel Hilfsbedarf. Wir hatten aber den Eindruck, dass beides noch nicht so perfekt zusammentrifft. Wir dachten, dass man mit einer ganz simplen Plattform das alles zusammenführen kann - und auch Leute abholt, die nicht bei Facebook oder Twitter sind.»

Wenn Ihr es mit der Flut 2002 vergleicht: Was ist jetzt neu?

Jonietz: «Facebook gab es damals nicht, Twitter auch nicht. Es gab einige Informationsseiten. Aber dass sich jetzt jeder sofort und selbst einbringen kann: Das ist neu. Die Hürde ist viel niedriger. Und man kriegt viel stärker mit, wo man etwas tun kann. Aber natürlich muss die Hilfe dahin, wo sie benötigt wird. Die ganzen Informationen müssen kanalisiert werden.»

Welche Angebote werden denn bislang auf die Seite gestellt?

Jonietz: «Wir beobachten, dass es ein Überangebot an Hilfe gibt. Es gibt Essensangebote, auch im großen Umfang, direkt mit Hunderten oder Tausenden Portionen. Sehr viele Schlafangebote sind dabei. Oder es melden sich Fahrer. Es ist eine riesige Hilfsbereitschaft.»