Iran stoppt zwei Boote der US-Marine

Der Iran hat zwei Boote der US-Marine im Persischen Golf gestoppt. «Wir haben heute den Kontakt zu zwei kleineren Booten verloren, die auf dem Weg von Kuwait nach Bahrain waren», teilte das Pentagon in Washington mit.

Iran stoppt zwei Boote der US-Marine
Us Navy/Zane Ecklund Iran stoppt zwei Boote der US-Marine

Man sei daraufhin in ständigem Kontakt mit den iranischen Behörden gewesen. Es seien zehn Seeleute an Bord gewesen. Der Vorfall ereignete sich wenige Stunden vor Präsident Barack Obamas letzter Rede zur Lage der Nation.

«Sie haben uns darüber informiert, dass unsere Soldaten in Sicherheit und gesund sind», heißt es in der Stellungnahme des US-Verteidigungsministerium weiter. Die iranischen Stellen hätten versichert, dass die Besatzungen ihre Fahrt in Kürze fortsetzen könnten. «Unsere Seeleute sind sicher, sie werden mit der Höflichkeit behandelt, die man erwarten kann», sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete ohne Angabe von Quellen, die Boote seien unbefugt in iranische Gewässer eingedrungen. Die zehn amerikanische Soldaten seien festgenommen worden. Der US-Sender CNN berichtete, die US-Behörden hätten Funkkontakt zu den Seeleuten gehabt. Diese gingen davon aus, am Mittwoch freigelassen zu werden.

In amerikanischen Medienberichten hieß es, die Boote hätten sich auf der Höhe der kleinen, zum Iran gehörenden Insel Farsi befunden. Auf der Insel liegt eine iranische Marinebasis. Möglicherweise trieben die US-Boote wegen eines Defektes oder Treibstoffmangels in die iranischen Gewässer. Nach einem Bericht des Senders NBC telefonierte Außenminister John Kerry mit den Verantwortlichen im Iran, um die Freilassung der Seeleute sicherzustellen.

Der Iran und die USA haben seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr zueinander. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten hatte sich zuletzt aber verbessert. Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif waren Teil jener Gruppe, die sich im vergangenen Juli auf eine deutliche Beschränkung des iranischen Atomprogramms geeinigt hatten. Das Abkommen gilt als historisch.

Schon vor zwei Wochen gab es einen Zwischenfall. Die USA warfen dem Iran vor, Marineschiffe hätten Raketen in der Nähe eines amerikanischen Flugzeugträgers abgefeuert, der sich in der Straße von Hormus befand. Die Meeresenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Der Iran wies die Darstellung zurück.