Iren planen gegen Tormaschine Lewandowski nächstes Wunder

Folgt dem Wunder von Dublin nun die Sensation in Warschau? Die irische Nationalmannschaft ist nach dem 1:0-Sieg in der EM-Qualifikation über Deutschland im siebten Fußball-Himmel. 

Iren planen gegen Tormaschine Lewandowski nächstes Wunder
Peter Kneffel Iren planen gegen Tormaschine Lewandowski nächstes Wunder

«Übermütige Deutsche von heldenhaften Iren erschüttert», titelte die irische Zeitung «The Irish Times». «Den Weltmeister zu schlagen ist eine sensationelle Leistung», schwärmte Irland-Trainer Martin O'Neill.

Vier Punkte hat Irland gegen die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in der Qualifikations-Gruppe D eingefahren. «Eigentlich müssten wir jetzt das Turnier gewinnen», sagte O'Neill. «Aber wir haben uns ja noch nicht mal für die Euro qualifiziert.» Am Sonntag steigt in Polen das Finale um die direkte Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich. Und mit Bayern-Stürmer Robert Lewandowski wartet eine Tormaschine auf die Iren.

Zweimal traf der Angreifer beim 2:2 in Schottland. Mit zwölf Treffern ist Lewandowski die Nummer eins in der EM-Qualifikation. Für die Bayern markierte er ebenfalls zwölf Tore - und das in den vergangenen vier (!) Pflichtspielen. «Ich freue mich natürlich über meine Tore», erklärte er nach seinen Erfolgserlebnissen (3./90.+4. Minute) in Glasgow. «Aber ich würde sie alle zurückgeben, wenn wir uns dafür direkt für die EM in Frankreich qualifizieren würden.»

Für den direkten Sprung zur Euro reicht den Polen (18 Punkte/Torverhältnis +22) gegen Irland (18/+13) ein Sieg und nach dem 1:1 im Hinspiel in Dublin auch ein 0:0 oder 1:1. Die Iren sind mit einem Erfolg oder einem Remis mit mindestens zwei Toren auf jeden Fall in Frankreich dabei. Verliert allerdings die deutsche Mannschaft (19/+14) im Parallelspiel gegen Georgien, wären sowohl Polen als auch Irland mit jedem Unentschieden direkt qualifiziert, und das Team von Bundestrainer Joachim Löw müsste als Dritter in die Playoffs.

«Uns steht jetzt ein großes Spiel in Polen bevor», sagte Irland-Coach O'Neill. Für das Endspiel sieht Kapitän John O'Shea seine Mannschaft gut gerüstet. «Natürlich haben die Polen gute Spieler. Aber wir haben gegen Deutschland gezeigt, dass wir gegen die Besten mithalten können», teilte der Innenverteidiger des FC Sunderland mit. Torjäger Lewandowski sieht allerdings sein Team im Vorteil. «Wir spielen mit unseren Fans im Rücken. Somit haben wir einen Spieler mehr auf dem Platz», meinte der 27-Jährige.

Wie wichtig der Heimvorteil sein kann, haben die Boys in Green bei ihrem überraschenden Erfolg gegen die deutsche Elf gespürt. Über die Art und Weise des irischen Siegs waren sich beide Trainer allerdings uneins. Bundestrainer Joachim Löw erklärte, dass «wir 99 lange Bälle abgewehrt haben. Der einhundertste Ball war einer zu viel.» O'Neill sah das anders. «Joachim Löw ist ein Weltmeister-Trainer. Er hat das Recht zu sagen, was er will. Aber hier bin ich nicht seiner Meinung. Ich bin der Meinung, dass wir brillant waren», sagte der gebürtige Nordire.