IS bietet Geisel-Freikauf an: «Zeitlich begrenztes Angebot»

Nach der Entführung eines Norwegers und eines Chinesen durch die IS-Terrormiliz ist das Schicksal der beiden Geiseln unbekannt. Die Terroristen fordern Lösegeld: Es handele sich um ein «zeitlich begrenztes Angebot», hieß es auf einer IS-Webseite.

IS bietet Geisel-Freikauf an: «Zeitlich begrenztes Angebot»
Albaraka News/Handout IS bietet Geisel-Freikauf an: «Zeitlich begrenztes Angebot»

Das Außenministerium in Oslo wollte keine weiteren Einzelheiten zu dem schon seit Januar verschleppten norwegischen Staatsbürger nennen. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte in Peking, Berichte über die Entführung würden geprüft.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte zuvor in ihrem englischsprachigen Internetmagazin «Dabiq» Bilder und persönliche Daten der Geiseln veröffentlicht. Demnach lebte der 48-Jahre alte Norweger zuletzt in Oslo, der 50-Jährige Chinese kommt aus Peking.

Zugleich verlangten die Extremisten Lösegeld für die beiden Entführten. Es handele sich um ein «ze Telefonnummer an, unter der sie kontaktiert werden könnten.

Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte, für die Geisel sei ein «erhebliches Lösegeld» gefordert worden. Ihre Regierung lehne es jedoch ab, dieses zu zahlen, weil sonst andere Norweger in Gefahr gebracht würden. Die Regierung in Oslo hatte bereits am Mittwochabend erklärt, der Norweger werde seit Januar gefangen gehalten, nachdem er in der syrischen Stadt Idlib angekommen sei.

Der IS hatte in der Vergangenheit mehrfach ausländische Geiseln enthauptet und dazu im Internet Videos mit grausamen Aufnahmen veröffentlicht. Im August 2014 zeigte ein Film die Tötung des US-Journalisten James Foley. Später brachten die sunnitischen Extremisten auch den US-Reporter Steven Sotloff sowie die britischen Entwicklungshelfer David Haines und Alan Henning um. Der US-Entwicklungshelfer Peter Kassig wurde im November getötet, die japanischen Journalisten Haruna Yukawa und Kenji Goto im Januar.

Anders als früher getötete Gefangene trugen die norwegische und die chinesische Geisel auf den IS-Fotos keine orangenen, sondern gelbe Overalls. Syrische Aktivisten spekulierten, dies könne ein Hinweis sein, dass der IS tatsächlich zu Verhandlungen bereit sei.