IS enthauptet Ägypter: Kairo antwortet mit Luftschlägen

Nach der Enthauptung mehrerer ägyptischer Kopten hat die Kairoer Luftwaffe am frühen Montagmorgen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen angegriffen.

Die Flugzeuge bombardierten Stellungen sowie Waffen- und Munitionslager des libyschen IS-Ablegers, wie es in einer Mitteilung der Armee hießt. Details zu den Angriffszielen machte Kairo nicht.

Nach Angaben der libyschen Luftwaffe waren auch eigene Maschinen an den Luftschlägen beteiligt. Die Kampfjets hätten Ziele nahe der Städte Bengasi und Sirte angegriffen, sagte Stabschef Sakir al-Dschuruschi der libyschen Nachrichtenseite «Al-Wasat».

Libyen befindet sich seit Monaten in einem blutigen Bürgerkrieg, zwei Regierungen in Tripolis und Tobruk beanspruchen die Macht. Die reguläre libysche Armee kämpft aufseiten der international anerkannten Tobruk-Regierung. Tobruk gilt als offizieller Verbündeter Kairos, die Gegenregierung in Tripolis ignoriert Ägypten.

Die Luftschläge gegen IS-Stellungen seien gemeinsam mit der ägyptischen Luftwaffe koordiniert worden, sagte Al-Dschuruschi. Laut dem TV-Sender Al-Dschasira hatten die Kampfjets auch Ziele nahe dem ostlibyschen Derna angegriffen.

Derna gilt als lokale Hochburg einer Terrorgruppe, die im Oktober vergangenen Jahres dem IS die Treue geschworen hatte. Sie hat sich nach eigener Darstellung nun in einen ost- und einen westlibyschen «Staat» zu Diensten der IS-Miliz unterteilt.

Am Sonntagabend veröffentlichte die Gruppe ein Enthauptungsvideo mit mehreren koptischen Christen aus Ägypten. Bei den Männern soll es sich um 21 Gastarbeiter handeln, die zwischen Ende Dezember und Anfang Januar in Libyen verschwanden. Das Video ist die erste professionell inszenierte Gräueltat des IS außerhalb seines Kerngebiets in Syrien und im Irak. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte danach eine «angemessene Reaktion» angekündigt.