IS-Miliz brüstet sich mit Versklavung von Jesidenfrauen

Rakka (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) brüstet sich mit der Versklavung jesidischer Frauen und Kinder. In einem im Internet kursierenden Propagandamagazin rechtfertigen die Extremisten die Gefangennahme und den Verkauf von «Abtrünnigen» mit dem islamischen Recht.

Ketten müsse jeder um den Hals tragen, «bis er zum Islam finde», heißt es in einem vierseitigen Aufsatz in dem IS-Magazin «Dabiq». Gefangene jesidische Frauen und Kinder seien daher den IS-Kämpfern zugeteilt worden.

«Dabiq» ist ein im Internet erscheinendes Magazin, das dem IS zugeschrieben wird. Die aktuelle vierte Ausgabe umfasst mehr als 50 Seiten und thematisiert unter anderem den angeblich «gescheiterten Kreuzzug» der internationalen Allianz gegen den IS.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) schätzt, dass die Miliz über 1000 Jesiden in ihrer Gewalt hält. Die Extremisten hätten «systematisch junge Frauen und Mädchen von ihren Familien getrennt, um sie mit Kämpfern zwangsweise zu verheiraten», heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten HRW-Bericht.