Islamismus-Experte: «Charlie Hebdo» wird nicht letztes Ziel sein

Terrorattacken wie den Angriff auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» wird es nach Einschätzung eines führenden Islamwissenschaftlers auch in Zukunft geben.

Islamismus-Experte: «Charlie Hebdo» wird nicht letztes Ziel sein
Felix Zahn Islamismus-Experte: «Charlie Hebdo» wird nicht letztes Ziel sein

«Ich fürchte, mit solchen Verbrechen muss man vereinzelt überall in Europa immer wieder rechnen», sagte Mathias Rohe, der unter anderem den Verfassungsschutz berät, am Mittwoch. Die Sicherheitsorgane könnten dies nicht verhindern, da die Radikalisierung der Täter oft sehr schnell und weitgehend unbemerkt ablaufe.

«Es ist wichtig, dass wir jetzt die Nerven behalten», sagte Rohe, der an der Universität Erlangen-Nürnberg lehrt. Denn die Terroristen wollten mit ihren Anschlägen staatliche Repressionen provozieren, um ihren Fanatismus zu rechtfertigen. «In diese Falle dürfen wir nicht laufen», warnte er.

Der Islam-Experte und Jurist betonte, wichtiger als neue Gesetze sei die Prävention. Die Moscheenverbände in Deutschland seien allerdings personell und finanziell derzeit nicht in der Lage, diese Aufgabe alleine zu übernehmen.

Muslimische Zuwanderer rief er auf, sich an die Polizei zu wenden, wenn sie Hinweise auf eine drohende Gefährdung haben. «Dass dies aus familiärer Verbundenheit oder weil man so etwas nicht nach draußen tragen will, oft unterbleibt oder erst zu spät stattfindet, ist falsch.»