Israel empört über US-Kritik: «Verzerrte Sicht»

Israel hat empört auf US-Kritik an seinem Vorgehen im Konflikt mit den Palästinensern reagiert. Polizeiminister Gilad Erdan von der konservativen Regierungspartei Likud sagte dem israelischen Armeesender, das US-Außenministerium sei «traditionell feindselig» Israel gegenüber eingestellt.

Die USA hatten sich angesichts der jüngsten Welle der Gewalt in Israel und den Palästinensergebieten «tief besorgt» gezeigt. Menschen auf beiden Seiten seien schuldig, «Akte des Terrorismus» begangen zu haben, sagte John Kirby, Sprecher des Außenministers John Kerry. Israels Sicherheitskräfte hätten möglicherweise in einigen Fällen «übertriebene Gewalt» angewandt.

Erdan warf dem US-Außenministerium vor, es schenke palästinensischen Lügen Glauben und handele damit sehr unprofessionell. «Wir verlangen von der US-Regierung, dass sie sich in der Frage äußert», sagte er.

Auch der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon (Likud) kritisierte die US-Äußerungen scharf. «Wir setzen übertriebene Gewalt ein? Wenn jemand ein Messer zückt und man ihn tötet, ist das übertriebene Gewalt?» Die USA hätten offenbar eine «verzerrte Sicht» des Konflikts, sagte er dem Armeesender.

Bei einer Serie palästinensischer Schuss- und Messerattacken sind seit Monatsbeginn sieben Israelis getötet worden. Mehr als 30 Palästinenser wurden getötet, die Hälfte davon Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Die anderen starben bei Konfrontationen im Westjordanland und am Gaza-Grenzzaun.