Türkei wählt nach blutigem Wahlkampf neues Parlament

Erstmals seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sind die Türken zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Umfragen sagen der seit mehr als zwölf Jahren regierenden islamisch-konservativen AKP Stimmenverluste voraus.

Türkei wählt nach blutigem Wahlkampf neues Parlament
Tolga Bozoglu Türkei wählt nach blutigem Wahlkampf neues Parlament

Die von Erdogan mitgegründete Partei bliebe aber die dominierende Kraft. Zentrale Frage ist, ob die pro-kurdische HDP die Zehn-Prozent-Hürde überwindet. In dem Fall dürfte die AKP die erforderliche Mehrheit verfehlen, um eine Verfassungsreform für ein Präsidialsystem mit Erdogan an der Spitze in die Wege leiten zu können.

Das Wahlkampfende wurde von schwerer Gewalt überschattet. Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine HDP-Veranstaltung in der Kurden-Metropole Diyarbakir wurden am Freitagabend nach Angaben von Polizei und Ärzten mindestens drei Menschen getötet und 220 weitere verletzt. Im Wahlkampf war die HDP immer wieder zum Ziel von Anschlägen und Übergriffen geworden. Erste Teilergebnisse der Parlamentswahl werden am Sonntagabend erwartet.