Italien und US-Budgetstreit sorgen an Aktienmärkten für Verluste

Die politische Unsicherheit im hoch verschuldeten Italien und der US-Haushaltsstreit haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag zugesetzt. Sorgen um den weiteren Kurs in Rom und mögliche Auswirkungen eines Zahlungsstopps in Washington führten laut Börsianern zu Vorsicht und Gewinnmitnahmen.

Der Dax verlor zuletzt 1,08 Prozent auf 8567 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte fiel um 0,77 Prozent auf 14 962 Punkte. Der TecDax lag ebenfalls mit 0,76 Prozent im Minus bei 1079 Punkten. Nahezu in ganz Europa drückte die Unsicherheit auf die Stimmung der Investoren.

Trotz der aktuellen Verluste steuert der Dax auf sein fünftes Gewinnquartal in Folge zu - die längste Serie seit 2006. Im September konnte er sich bislang auch dem Ruf eines schwachen Börsenmonats entgegenstemmen, bis zum Xetra-Schluss am Freitag betrug das Plus 6,89 Prozent.

Das Stimmungsbild am deutschen Aktienmarkt habe sich zum Wochenauftakt nun deutlich eingetrübt, kommentierte Marktstratege Gregor Kuhn vom Broker IG die Entwicklung. Die Fronten in den USA schienen völlig verhärtet. Börsenexperte Daniel Saurenz von Feingold Research sah in der Regierungskrise in Italien auch einen willkommenen Grund für Anleger, Gewinne mitzunehmen. Anleger schichteten aus Risikoscheu lieber in sicherere Anlagen wie Anleihen um, ergänzte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital.

Aktien von Siemens zeigten sich mit einem Abschlag von 1,01 Prozent ähnlich schwach wie der Gesamtmarkt. Der größte deutsche Elektrokonzern will im Rahmen seines Sparprogramms «Siemens 2014» weltweit rund 15 000 Stellen streichen, 5000 davon in Deutschland. Händler sagten, damit liege der Jobabbau etwas über den Erwartungen. «Im Markt wurde mit etwas weniger gerechnet, insofern kam es ein bisschen überraschend», erklärte Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank.

Papiere von Merck lagen mit minus 0,35 Prozent besser als die meisten Werte im Dax. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern kann mit seinem Krebsmittel Erbitux bei bestimmten Darmkrebs-Patienten einen Erfolg verbuchen. Ein Börsianer sah darin moderate Unterstützung für den Aktienkurs. Deutliche Gewinner blieben auf den Kurstafeln rar gesät. Im Dax lagen vor allem defensive Werte noch gut im Rennen. Diese gelten als weniger riskant und konnten sich daher vergleichsweise gut halten, wie Händler sagten. An der Spitze im Leitindex lag der Dialysespezialist Fresenius Medical Care mit 0,30 Prozent Aufschlag.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,41 Prozent (Freitag: 1,44 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 133,66 Punkte. Der Bund-Future mit Laufzeit Dezember gewann 0,01 Prozent auf 140,38 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3505 (Freitag: 1,3537) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7405 (0,7387) Euro.