Jamie Cullum: Jazz-Wirbelwind mit rauchiger Stimme

Aus anfänglicher Zurückhaltung wird eine rauschende Musikparty: Am Donnerstagabend startete der britische Sänger und Musiker Jamie Cullum mit seiner Band im badischen Schwetzingen eine Tournee durch Deutschland.

Nach knapp zwei Stunden gab es für den 33-Jährigen tosenden Applaus der rund 3000 Zuschauer - nicht umsonst gilt er in seiner Heimat Großbritannien bereits als erfolgreichster Jazzmusiker aller Zeiten.

Mit alten Songs und neuen Stücken von seinem im Mai erschienenen Album «Momentum» zieht Cullum sein Publikum nach dem ersten Beschnuppern schließlich in seinen Bann. Das hat auch damit zu tun, dass er anders als viele Jazzer wie ein Wirbelwind auf der Bühne zwischen Klavier und seiner Band (Gitarre, Trompete/Saxophon, Bass, Schlagzeug) umherspringt. Und zwar den ganzen Abend lang.

Bei seinen Hits «I'm All Over It» und «Love For $ale» hält es die meisten Zuschauer dann auch nicht mehr auf ihren Sitzen, sie strömen zur Bühne oder stellen sich auf ihre Stühle. Dabei überzeugt Cullum in der Folge durchweg, wie beim eher gefühlvollen «When I Get Famous» - trotz seiner anspruchsvollen Rhythmen und facettenreich-sprunghaft anmutenden Stilformen.

Er wechselt zwischen Jazz und Pop und setzt auch mal Gospel- und Musical-Elemente ein. Dazu kommen seine leicht rauchige Stimme und seine Virtuosität am Klavier. Immer wieder kommentiert er seine Songs mit humorvollen Einschüben oder nutzt wie bei früheren Konzerten den Flügel für eine Percussion-Einlage.

Anfang September singt Jamie Cullum neben dem Rapper Cro live bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises in Hamburg. Open-Air-Auftritte im August sind in Berlin (23.), Dresden (24.) und Coburg (25.) geplant. Sechs weitere Hallenkonzerte gibt es dann in Deutschland im November. Ein für den 16. November geplantes Konzert in München ist nach Angaben des Tourmanagements bereits ausverkauft. Dafür gibt es einen Tag später ein Zusatzkonzert im badischen Freiburg.