Japan protestiert gegen Kriegsschiff aus China

Japan hat scharf gegen den Einsatz eines chinesischen Kriegsschiffes im Ostchinesischen Meer protestiert. Es sei das erste Mal gewesen, dass eine Fregatte in den Gewässern nahe den japanisch Senkaku und chinesisch Diaoyu genannten Inseln gekreuzt sei.

Japan protestiert gegen Kriegsschiff aus China
Hiroya Shimoji Japan protestiert gegen Kriegsschiff aus China

Bisher sei es nur die Küstenwache gewesen, schrieb die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Nach drei Stunden sei die von einem japanischen Zerstörer beobachtete Fregatte wieder abgezogen.

Vizeaußenminister Akitaka Saiki bestellte den chinesischen Botschafter in Tokio in den frühen Morgenstunden ins Außenministerium ein, um einen formellen Protest zu übergeben und seine große Sorge auszudrücken, wie Kyodo berichtete. Chinas Botschafter Cheng Yonghua habe den Einsatz als gerechtfertigt beschrieben.

Das Verteidigungsministerium in Tokio berichtete, das chinesische Kriegsschiff sei gleichwohl nicht in japanische Hoheitsgewässer eingedrungen. Es fügte noch hinzu, dass zur gleichen Zeit auch drei russische Marineschiffe nahe den Inseln gesichtet worden seien.

Erst am Dienstag war es über dem Ostchinesischen Meer zu einem neuen Luftzwischenfall zwischen chinesischen Kampfjets und einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug gekommen. Das US-Militär sprach von einem «unsicheren» Abfangmanöver. Vor drei Wochen hatte es über dem Südchinesischen Meer schon einen ähnlichen Vorfall gegeben.

Die Machtansprüche Chinas im Ostchinesischen Meer sind ähnlich wie im Südchinesischen Meer umstritten. China streitet mit Japan um die strategisch wichtigen, unbewohnten Felseninseln, die unter japanischer Kontrolle stehen. In dem Gebiet gibt es reiche Fischgründe und Rohstoffvorkommen. Der Konflikt flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte, was große anti-japanische Proteste in China auslöste.

Nach vorübergehender Ruhe hat sich das schwierige Verhältnis zwischen China und Japan in den vergangenen Wochen wieder etwas angespannt. Peking protestierte gegen die Erklärung des Gipfels sieben großer Industrienationen (G7) Ende Mai im japanischen Ise-Shima, die zu einer friedlichen Beilegung der Territorialstreitigkeiten aufgerufen hatten. Von den sieben Staaten wurde anschließend allein der Botschafter des G7-Gastgebers Japan ins Außenministerium einbestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur in Peking erfuhr.