Japan-Schwäche zieht Dax in Mitleidenschaft

Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten zaghaften Erholungsversuch rasch beendet und ist wieder schwach gestartet. Der dreiprozentige Kursverlust im japanischen Nikkei-Index laste auf den hiesigen Kursen, sagten Händler.

Japan-Schwäche zieht Dax in Mitleidenschaft
Fredrik Von Erichsen Japan-Schwäche zieht Dax in Mitleidenschaft

Der Dax reduzierte seinen deutlicheren Anfangsverlust und notierte zuletzt 0,80 Prozent tiefer bei 9529,82 Punkten. Seit Mitte vergangener Woche hatten vor allem Ängste vor den Folgen eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union den Leitindex um 7,5 Prozent fallen lassen, bevor er sich am Mittwoch etwas erholte.

Der MDax sank am Donnerstag um 0,61 Prozent auf 19 554,10 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,52 Prozent auf 1574,29 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,89 Prozent auf 2805,07 Punkte.

Während die US-Zinsentscheidung vom Vorabend wenig überraschte, sorgten die Beschlüsse der Bank of Japan, die Geldschleusen vorerst nicht weiter zu öffnen, für Enttäuschung. Dies hatte den japanischen Yen deutlich steigen lassen, was die Exporte erschwert und damit die Tokioter Aktienkurse massiv unter Druck setzte. Die US-Notenbank Fed ließ am Mittwoch ihren Leitzins unverändert und berücksichtigte dabei auch das Risiko eines Brexit.

Aus Unternehmenssicht stehen die Aktien von Kuka im Anlegerfokus. Nach dem offiziellen Übernahmeangebot der chinesischen Midea gewannen die Papiere des Roboter- und Anlagenbauers zuletzt ein knappes Prozent. Die Offerte sei erwartet worden, wirke aber dennoch klar positiv, sagte ein Händler.

Spitzenreiter im Dax waren die Titel von Thyssenkrupp mit einem Gewinn von mehr als zweieinhalb Prozent. Sie profitierten von einer positiven Analystenstudie der Investmentbank Merrill Lynch.

Am unteren Ende des Leitindex fanden sich die Anteilsscheine der Deutschen Bank, die zuletzt um 1,81 Prozent auf 13,04 Euro absackten. Kurz zuvor waren sie auf ein Rekordtief bei 12,835 Euro gesunken. Damit ist die Deutsche Bank mit einem Minus seit Jahresbeginn von mehr als 40 Prozent schlechtester Dax-Wert 2016. Seit Ende Mai steht der gesamte europäische Bankensektor im Zuge rasant fallender Anleiherenditen und belastet von Brexit-Sorgen stark unter Druck.