Jüdisches Museum Rendsburg wird 25

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Jüdischen Museums Rendsburg zu couragiertem Handeln gegen Antisemitismus aufgerufen.

Jüdisches Museum Rendsburg wird 25
Carsten Rehder Jüdisches Museum Rendsburg wird 25

«Wir müssen uns überall, wo wir stehen, gegen religiöse, kulturelle und rassistische Diskriminierung stellen», forderte Albig beim Festakt am Sonntag in Rendsburg.

«Wir erinnern, weil wir wehrhaft sein wollen.» Da es immer weniger Zeitzeugen gebe, müssten neue Wege gegangen werden. Orte müssten die Erinnerung wachhalten und Gedenkstätten notwendige Gelder erhalten.

«Die Vergangenheit darf auf keinen Fall zu einem reinen Kapitel des Geschichtsunterrichts erstarren», mahnte auch der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer. «Uns geht es um die Warnung für die Zukunft vor dem Ungeist der Vergangenheit.» Albig wie Kramer erinnerten an den Neubeginn der jüdischen Gemeinden, der nicht selbstverständlich sei. Er empfinde es als «herzbewegendes Zeichen», wie sehr jüdische Gemeinden im Land wieder anwachsen, sagte Albig. Dies sei ein großes Geschenk.

Das Rendsburger Museum sei ein manifestiertes Bekenntnis zum jüdischen Leben. Albig erinnerte aber auch daran, dass das Museum, das sich in einer Synagoge aus dem 19. Jahrhundert befindet, jahrzehntelang als Fischräucherei genutzt wurde. Erst vor 25 Jahren sei es gelungen, den nächsten Schritt der Erinnerung zu gehen. Der Name des Museums sei ein Markenzeichen auch über die Grenzen der Stadt und des Landes hinaus, lobte auch Kramer.