Jetzt gilt es für Trump: US-Republikaner beginnen Parteitag

Begleitet von Sorgen vor Ausschreitungen bei Demonstrationen beginnt heute die «National Convention» der US-Republikaner. Bei diesem Nominierungsparteitag kommen Delegierte der Partei bis einschließlich Donnerstag in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) zusammen.

Jetzt gilt es für Trump: US-Republikaner beginnen Parteitag
Justin Lane Jetzt gilt es für Trump: US-Republikaner beginnen Parteitag

Sie sollen den Milliardär Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten machen. Trump ging aus den seit Februar laufenden Vorwahlen aller Bundesstaaten als bei weitem stärkster Bewerber hervor. Außerdem soll in Cleveland der amtierende Gouverneur von Indiana, Mike Pence, als Trumps Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten bestätigt werden. Trump hatte Pence nach einem zuletzt chaotisch verlaufenen Auswahlprozess am Freitag als seinen Kandidaten bestätigt.

Die Tausenden Delegierten, die nach Cleveland kommen, wurden in den Vorwahlen aller US-Bundesstaaten ermittelt. In anderen Jahren war ein solcher Nominierungsparteitag eher zeremoniell und vor allem ein Medienspektakel. Wegen der umstrittenen Kandidatur Trumps wird Cleveland in diesem Jahr mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.

Höhepunkt der Convention ist die Rede Trumps, aller Voraussicht nach am Donnerstag. Der wichtigste Teil des Programms wird sich zu deutscher Zeit jeweils in der Nacht abspielen, denn die Hauptredner treten zur besten Sendezeit der großen US-Sender auf.

Die Veranstaltung wird von vielen Demonstrationen vermutlich Zehntausender Menschen begleitet. Sie richten sich gegen Trump, aber auch seine Unterstützer werden auf die Straße gehen. Nach den Anschlägen auf Polizisten in Dallas und dem Tod zweier Schwarzer durch Polizeikugeln ist die Stimmung in den USA aufgeheizt. Die Sorge vor Ausschreitungen ist groß. Tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

In der auf Cleveland folgenden Woche treffen sich die Delegierten der US-Demokraten zu ihrer Convention in Philadelphia. Sie wollen Ex-Außenministerin Hillary Clinton und ihren noch nicht benannten Kandidaten für den Vizepräsidenten auf den Schild heben.

Nach den Nominierungsparteitagen und einer womöglich kurzen Sommerpause geht der US-Wahlkampf dann in die heiße Phase. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin Barack Obamas wird am 8. November gewählt.

Der extrem polarisierte Wahlkampf gilt bereits jetzt als einer der ungewöhnlichsten in der Geschichte der USA. Grund ist vor allem der umstrittene politische Seiteneinsteiger und Bauunternehmer Donald Trump. Neu ist aber auch, dass die Spitzenkandidaten beider Parteien noch nie so unbeliebt waren wie Trump und Clinton. Das ergaben Umfragen.