Joan Mitchell in Köln: Kontrastprogramm zum Winter

Riesige Bilder in hellen, leuchtenden Farben - das Kölner Museum Ludwig zeigt ein Kontrastprogramm zur dunklen Jahreszeit.

Joan Mitchell in Köln: Kontrastprogramm zum Winter
Henning Kaiser Joan Mitchell in Köln: Kontrastprogramm zum Winter

«Eine Gute-Laune-Ausstellung - genau das Richtige im Winter», sagte Museumsdirektor Yilmaz Dziewior der Deutschen Presse-Agentur. Die Übersichtsausstellung zeigt das Werk der abstrakten Expressionistin Joan Mitchell (1925-1992), heute eine der teuersten Künstlerinnen der Welt.

Ihre Gemälde erinnern an Jackson Pollock, sind aber doch ganz eigenständig, da weniger getröpfelt. Unverkennbar ist der energische Strich. Man kann sich vorstellen, dass sie wie eine Dirigentin weit ausholend den Pinsel schwang - zumal sie beim Arbeiten mit Vorliebe klassische Musik hörte.

Mitchell stammt aus einer wohlhabenden und intellektuellen Familie in Chicago. In den 50er Jahren etablierte sie sich als einzige Frau in der avantgardistischen New Yorker Kunstszene. «Sie hat genauso gesoffen wie die Männer und sich ihre Sexualpartner genauso freizügig ausgesucht», erzählte Dziewior. «Sie hat sich dieselben Rechte herausgenommen wie die Männer, aber gleichzeitig nicht vom Feminismus vereinnahmen lassen.»

Mitchell ist ein Liebling des Kunstmarkts, ihre Werke erzielen Preise im zweistelligen Millionenbereich. Viele junge Künstlerinnen und Künstler lassen sich von ihr beeinflussen. Im Museumsbetrieb sei sie dagegen noch nicht ganz oben angekommen, sagte Dziewior. «Ich finde, sie hat die gleiche Beachtung verdient wie Pollock.» Mit der Schau, die 30 Bilder in überwiegend wandfüllenden Formaten vereint, will das Museum seinen Beitrag dazu leisten.

Die Ausstellung «Joan Mitchell. Her Life and Paintings» läuft vom 14. November 2015 bis zum 21. Februar 2016.