Jose vs Pep: Hitzige Duelle der beiden Manchester-Trainer

Rund 20 Jahre ist es her, dass sich der heutige United-Coach José Mourinho und City-Trainer Pep Guardiola beim FC Barcelona kennenlernten. Mourinho war Trainer-Assistent, Guardiola Spieler.

Jose vs Pep: Hitzige Duelle der beiden Manchester-Trainer
Chema Moya Jose vs Pep: Hitzige Duelle der beiden Manchester-Trainer

Die beiden sollen sich bestens verstanden haben. Erst als Guardiola 2008 den Trainerjob in Barcelona bekam, mit dem Mourinho fest gerechnet hatte, begann die Rivalität. Ein Jahr später kam es zum ersten von zahlreichen emotional aufgeladenen Duellen.

In der Champions-League-Saison 2009/10 traf Mourinho mit Inter Mailand erstmals auf Barcelona-Coach Guardiola. Nach 0:0 und 0:2 aus Inter-Sicht in der Gruppenphase sagte Mourinho damals: «Heute waren sie besser. Aber wenn Inter gegen Barça im Halbfinale spielen müsste, wäre ich bereit.» So kam es: Mit 3:1 siegte Mourinhos Team in San Siro. Im Rückspiel unterlag Inter zwar mit 0:1 in Barcelona, zog damit aber ins Finale ein. Und Mourinho kostete den Triumph voll aus. Der Coach feierte ausgelassen vor der Kurve der Katalanen und sprach von «der schönsten Niederlage meines Lebens». Im Finale schlug Inter den FC Bayern.

Im Sommer 2010 wechselte Mourinho zum Barcelona-Erzfeind Real Madrid und hob das Duell auf ein neues Level. Doch schon der erste «El Clásico» in der Primera Division wurde für ihn zum Debakel. Mit 0:5 ging Real im Camp Nou unter. Guardiola nach seinem Kantersieg: «Ich bin stolz, dass die ganze Welt gesehen hat, wie wir Fußball spielen.»

In der Rückrunde der Saison 2010/11 begegneten sich die Kontrahenten in nur drei Wochen gleich viermal - in der Liga, im Pokal und in der Champions League. Nach einem 1:1-Unentschieden in «LaLiga» stand Madrid am Saisonende als Tabellenzweiter hinter Meister Barcelona. Im Finale der «Copa del Rey» gewann Real dagegen nach Verlängerung mit 1:0 und holte zum ersten Mal seit 18 Jahren den Pokal.

In der Champions League wiederum erreichte Barcelona nach 2:0 und 1:1 das Finale und ließ Mourinho fluchen. «Ich fände es gut, wenn Josep Guardiola auch mal ehrlich gewinnt», stichelte der Real-Coach gegen die Schiedsrichter, die erst Real-Profi Pepe vom Platz und dann Mourinho auf die Tribüne geschickt hatten. «Es wäre eine Schande, wenn Barça den Wettbewerb gewinnt.» Guardiola kümmerten die Aussagen wenig. «Es war einer der schönsten Abende, seit ich lebe», sagte er und gewann anschließend im Finale gegen Manchester United den Titel.

Besonders hitzig wurde es zwischen Mourinhos Madrid und Guardiolas Barcelona im August 2011 im spanischen Super Cup. Nach einem 2:2 in Madrid kochten bei Barcelonas 3:2-Rückspielerfolg im Camp Nou die Emotionen über. Seinen hässlichen Höhepunkt erreichte der Streit, als Mourinho dem Barça-Co-Trainer Tito Vilanova mit dem Finger ins Auge stach.

In der Folgesaison behielt Guardiola anfangs die Oberhand in der Liga. Der FC Barcelona siegte mit 3:1 im Bernabeu - die Höchststrafe für Madrid. Doch im Rückspiel gewann Real mit 2:1 in Barcelona. Die Madrilenen holten in der Saison 2011/12 schließlich 100 Punkte, neun mehr als Barça, und wurden Meister. In der «Copa del Rey» schied Madrid gegen den Erzfeind im Viertelfinale aus. Barcelona sicherte sich den Pokal. Und Guardiola verabschiedete sich in ein Sabbatical.

Nach seiner Pause heuerte Guardiola beim Champions-League-Sieger Bayern München an und traf gleich zu Beginn im UEFA Supercup wieder auf Mourinho, der inzwischen den Europa-League-Gewinner FC Chelsea trainierte. Bayern gewann mit 5:4 nach Elfmeterschießen und Mourinho ärgerte sich: «Das eindeutig bessere Team hat verloren.»