Jubel und wenige Buhs für «Mackie Messer»

 Mit einer umjubelten Neuschöpfung der «Dreigroschenoper» von Bertolt Brecht und Kurt Weill ist am Dienstagabend der Premierenreigen der diesjährigen Salzburger Festspiele zu Ende gegangen.

Jubel und wenige Buhs für «Mackie Messer»
Barbara Gindl Jubel und wenige Buhs für «Mackie Messer»

Auf dem Programm stand eine eigens für die Festspiele geschaffene «Experimentalfassung» des weltbekannten Stücks mit neu orchestrierten Songs. Deshalb lautet der Titel nicht «Dreigroschenoper», sondern «Mackie Messer - eine Salzburger Dreigroschenoper» nach der Hauptperson des Stücks, einem Londoner Unterweltkönig.

Für die Adaption verantwortlich war der britische Komponist Martin Lowe, der schon die Theatermusik für die aktuelle Inszenierung des «Jedermann» schrieb. Ob ihm die wenigen Buhrufe in der Felsenreitschule galten, war nicht genau festzustellen. Er hatte die Weill-Songs in einem ebenso süffigen wie seichten Musicalstil bearbeitet. Die Inszenierung des Briten Julian Crouch zusammen mit Sven-Eric Bechtolf, dem Interimsintendanten der Salzburger Festspiele, erinnerte in einigen Passagen stark an den revuehaften «Jedermann», den Crouch vor zwei Jahren gemeinsam mit Brian Mertes neu in Szene gesetzt hatte.