Juso-Chefin wehrt sich gegen Kritik aus der SPD

Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann hat ihre Kritik an SPD-Chef Sigmar Gabriel bekräftigt. Sie habe die Leistung des Vizekanzlers nicht nur wegen dessen Asylpolitik mit einer «vier minus» bewertet.

Sie habe das auch wegen Gabriels «Performance» bei dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP, der Vorratsdatenspeicherung und der Debatte über Griechenland getan, sagte Uekermann beim Bundeskongress des SPD-Nachwuchsverbandes in Bremen.

Die Juso-Chefin warf Gabriel vor, etwa Fraktionschef Thomas Oppermann vorzuschicken, um sie «durch den Dreck zu ziehen». Sie werde sich nicht einschüchtern lassen durch Facebook-Einträge oder Pressestatements. «Wer, wenn nicht wir Jusos können Gabriel klare Grenzen aufzeigen?», fragte sie. Den «lieben Sigmar» forderte sie auf, das nächste Mal beim Bundeskongress vorbeizuschauen, wenn er Probleme damit habe, dass die Jusos sozialdemokratische Politik einforderten.

Uekermann sagte weiter, sie habe auch mitnichten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelobt. Oft genug habe sie gesagt, dass diese einen schlechten Job mache. Sie habe nur den Eindruck, dass Merkel mit ihrem «Wir schaffen das» das erste Mal in ihrer zehnjährigen Kanzlerschaft so etwas wie Rückgrat zeige.