Justin Timberlake holt MTV-Preise und vereint 'N Sync

Seit Wochen war darüber spekuliert, getuschelt und gemunkelt worden - und dann stehen auf der Bühne plötzlich wirklich vier Männer neben Justin Timberlake: 'N Sync.

Justin Timberlake holt MTV-Preise und vereint 'N Sync
Hubert Boesl Justin Timberlake holt MTV-Preise und vereint 'N Sync

Vor mehr als zehn Jahren hatte sich die weltweit von Hunderttausenden zumeist weiblichen Fans umschwärmte Boyband getrennt, aber bei den MTV Video Music Awards versammelten sie sich am Sonntagabend noch einmal für einen gemeinsamen Auftritt auf der Bühne in New York.

Der inzwischen längst als Solokünstler zum Weltstar aufgestiegene Timberlake widmet seinen Bandkameraden von früher dann auch seinen Sonderpreis. «Ich möchte ihn mit euch teilen, aber wir können ihn ja bei mir zu Hause aufbewahren.»

Eine nette Geste - aber Timberlake macht auch gleich klar, wer der Herr im Haus ist. Das Mini-Comeback seiner früheren Boyband bringt den Fans Freude und ihm Schlagzeilen, aber der 32 Jahre alte Popstar ist 'N Sync längst entwachsen. Beim Tanz zu einer Zusammenstellung aus den gemeinsamen Hits «Bye Bye Bye», «Gone» und «Girlfriend» wirkt Timberlake neben seinen deutlich gealterten und aus der Form geratenen Bandkollegen wie aus einer anderen Liga.

Zum Mann des Abends wird dann auch der Solo-Sänger Timberlake: Vier Auszeichnungen räumt er ab, darunter die wichtigste für das Video des Jahres, und begeistert mit einem fast viertelstündigen Auftritt im Schwarz-Weiß-Outfit mit schwarzem Hut und weißen Schuhen das Publikum. Die früheren 'N Sync-Kollegen dürfen nur einige wenige Minuten daran teilnehmen.

US-Moderator Jimmy Fallon kürt Timberlake anschließend zum «President of Pop». «Er ist der Beste in diesem Geschäft. Er ist eine Legende geworden.» Zu Tränen gerührt gibt sich Timberlake bescheiden. «Ich habe diese Auszeichnung doch gar nicht verdient. Aber ich gebe sie natürlich auch nicht zurück.»

Und dann grüßt der Mädchenschwarm auch noch seine Oma. Der gerade zum Video des Jahres gekürte Clip zum Song «Mirrors» sei seinen Großeltern gewidmet, sagt Timberlake. Sein Großvater sei im Dezember gestorben. «Es ist ein sehr persönliches Video für mich. Ich hoffe, meine Großmutter schaut gerade zu. Der Preis ist für dich, Omi.»

Bei all der Timberlake-Gala ging ein Comeback fast unter. Lady Gaga hatte die vom Musiksender MTV in diesem Jahr zum 29. Mal verliehenen «VMAs» mit ihrem voller Spannung erwarteten Comeback-Auftritt eröffnet. Mehrmals wechselte sie das Outfit und die Perücke und stand, während sie ihren Song «Applause» sang, schließlich nur noch mit blonder Wallemähne und weißem Muschelbikini auf der Bühne.

Den Rest der Gala verbrachte sie in eben diesem Muschelbikini auf einem Stuhl im Publikum. Zum Showdown von Gaga mit Charts-Konkurrentin Katy Perry hatten US-Medien die Gala im Vorfeld erklärt. Perry beendete die erstmals im New Yorker Stadtteil Brooklyn ausgerichtete Show als Boxerin verkleidet mit ihrem Song «Roar» unter freiem Himmel vor der Skyline von Manhattan.

Ergebnis unter Fans und Experten: unentschieden. Vor allem auch, weil Sängerin Miley Cyrus mit einem Skandalauftritt beiden die Show stahl. Nur mit Unterwäsche bekleidet tanzte die 20-jährige frühere Disney-Schauspielerin derart lasziv, dass nicht nur der Familie von Hollywood-Schauspieler Will Smith im Publikum das Entsetzen ins Gesicht geschrieben stand und im Internet die Häme hochkochte. «Talentlos und ekelhaft», schrieb ein Zuschauer beim Kurznachrichtendienst Twitter und ein anderer motzte: «Miley Cyrus ist wohl verrückt geworden.»