Kairo: Protestlager von Islamisten werden geräumt

Bei der Räumung der Protestlager der Islamisten in Kairo kommt es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Tränengas-Granaten und Gummigeschosse abgefeuert.

Die Islamisten hätten Steine und Flaschen auf die Polizei geworfen. Für Berichte der Muslimbruderschaft, wonach 15 Demonstranten getötet wurden, gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Das Innenministerium sprach von zwei verletzten Polizisten.

Das ägyptische Nachrichtenportal «youm7» meldete, einige der Islamisten hätten sich zum Rückzug entschlossen. Zuvor war aus dem Sicherheitsapparat verlautet, dass die Räumung der zwei Lager kurz bevorstehe. Vor allem Frauen hätten die Zeltstädte am frühen Morgen verlassen. Das Innenministerium rief die Islamisten über Lautsprecher dazu auf, den Protest aufzugeben. Es versprach jedem Straffreiheit, gegen den kein Haftbefehl vorliegt.

Die Übergangsregierung hatte der Polizei vergangene Woche grünes Licht für die Räumung der zwei Lager gegeben. Die Protestierenden fordern, dass der am 3. Juli vom Militär entmachtete Präsident Mohammed Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird.