Kaiserslautern und Leipzig hoffen auf Happy End

Kosta Runjaic wagte sich nach dem 1:1 (1:1) im rassigen Zweitliga-Topspiel gegen RB Leipzig erstmals aus der Deckung.

Kaiserslautern und Leipzig hoffen auf Happy End
Uwe Anspach Kaiserslautern und Leipzig hoffen auf Happy End

«Wir sind Zweiter und haben es in der eigenen Hand. Wir wollen aufsteigen», verkündete der Trainer des 1. FC Kaiserslautern die Marschroute für den Saisonendspurt im Fußball-Unterhaus. Fünf Spieltage vor Ultimo prophezeite Runjaic ein Herzschlagfinale im Aufstiegsrennen: «Wir wissen, dass es bis zum Ende spannend bleiben wird. Auch Leipzig und Braunschweig wollen immer noch aufsteigen.» Da auch Darmstadt und Karlsruhe konstant sind, streiten sich fünf Vereine um den letzten direkten Aufstiegsplatz hinter dem souveränen Spitzenreiter FC Ingolstadt.

Die Punkteteilung im Kampf der Fußball-Religionen - auf der einen Seite der Traditionsverein aus der Pfalz, auf der anderen der mit Millionen aus Österreich gepäppelte Retortenclub aus Sachsen - stellte beide Seiten nach 90 intensiven und teilweise hitzigen Minuten daher nur teilweise zufrieden.

«Wir wollten Kaiserslautern die erste Heimniederlage der Saison beibringen. Das ist leider nicht gelungen. Was rechnerisch noch möglich ist, kann uns nicht interessieren. Wir müssen uns auf das nächste Highlight am Freitag gegen Darmstadt 98 konzentrieren», sagte Leipzigs Trainer Achim Beierlorzer.

Dann geht es für seine Mannschaft im Aufsteigerduell mit dem Tabellendritten aus Hessen, der sechs Punkte mehr auf dem Konto hat, um die wohl letzte Chance. «Da müssen wir wieder ein Feuerwerk abbrennen», forderte RB-Torwart Fabio Coltorti, der mit einer Glanztat gegen den frei durchgebrochenen Alexander Ring in der Nachspielzeit das Remis rettete.

Nicht nur in dieser Szene waren die Hausherren in der Schlussphase eines «sensationellen Zweitligaspiels mit Tempo und rassigen Zweikämpfen», so Beierlorzer, dem Sieg näher. «Deshalb sind wir ein Stück weit enttäuscht. Wir hätten gerne gewonnen», räumte Runjaic ein.

Dennoch sieht er seine junge Truppe, für die Simon Zoller (20. Minute) die Gäste-Führung durch Yussuf Poulsen (16.) ausglich, auf einem guten Weg. «Wir haben gegen eines der stärksten Teams der Liga einen Rückstand aufgeholt und Moral bewiesen. Es fehlte nur die Cleverness und Qualität im Abschluss», bilanzierte er.

Dem Gegner, der von den 31 141 Zuschauern teilweise gnadenlos ausgepfiffen und mit ablehnenden Sprechchören bedacht wurde, sprach er höchste Qualität zu. «Da sind einige Topfußballer dabei, die keine Zweitligaspieler sind», sagte Runjaic. Der FCK-Coach legte sich daher fest: «Ich glaube, wenn die weiter so spielen, holen sie aus den letzten fünf Spielen noch vier Siege. Für mich sind sie weiter im Aufstiegsrennen dabei.»

Die besseren Karten halten aber die Roten Teufel in der Hand, die das Sieben-Punkte-Polster auf Leipzig behaupteten und wieder einen Zähler vor Darmstadt liegen. FCK-Boss Stefan Kuntz wollte daher keine Enttäuschung aufkommen lassen: «Das hatte Bundesliga-Niveau, was beide Seiten auf den Rasen gebracht haben. Das Remis tut nicht weh.»