Kampf der Lichter: Weihnachtsfan lässt Haus erstrahlen

Als Kevin Lynch vor 18 Jahren die Weihnachtsbeleuchtung an seinem neuen Haus aufbaute, hatte er keine Ahnung, wo der freundschaftliche Wettstreit mit seinem Nachbarn eines Tages enden würde.

Kampf der Lichter: Weihnachtsfan lässt Haus erstrahlen
Kampf der Lichter: Weihnachtsfan lässt Haus erstrahlen

Mehr als 200 000 Weihnachtslichter und Dekoration bedecken jeden freien Zentimeter seines Hauses. Touristen kommen extra zu seinem Haus im New Yorker Stadtteil Queens - nur um einen Blick auf das Lichtspektakel zu werfen.

Dabei hatte alles ganz harmlos begonnen: Der frischgebackene Hausbesitzer Lynch wolle einfach nur sein Heim schmücken. Doch die Lichter am Nachbarhaus schienen heller zu leuchten. «Im ersten Jahr hatte ich keine Ahnung, was ich da eigentlich machte. Im zweiten Jahr machte mein Nachbar mehr, also dekorierte ich auch mehr. Im dritten Jahr montierte er noch mehr Lichter und ich flippte völlig aus», erzählt der 55-Jährige der Nachrichtenagentur dpa.

Sein Nachbar gab im vierten Jahr auf, doch Lynch hatte seine Bestimmung gefunden. Als er dann auch noch Vater wurde, war dies für ihn ein weiterer Grund, sein Haus jedes Jahr aufs Neue in ein Weihnachtswunderland zu verwandeln.

In diesem Jahr schafften es Lynch mit seinem Haus in ein Reality-TV Format. In «The Great Christmas Light Fight» (deutsch: «Der große Weihnachtslichterkampf») trat er am Montagabend (Ortszeit) gegen andere Hausbesitzer an. Die anderen drei Kandidaten der Episode hatten keine Chance. Lynch ging mit einem Preisgeld von 50 000 Dollar (36 000 Euro) nach Hause.

Millionen von US-Bürgern dekorieren vor Weihnachten ihre Häuser. Während es für sie oft nur ein paar Stunden Arbeit am Samstagnachmittag sind, hat Lynch weitaus mehr Aufwand. «Ich arbeite sechs Wochen lang jeden Tag acht Stunden um die Lichter zu montieren», erzählt er. Er vergräbt alle Kabel im Garten und verbindet die etwa 200 000 Lichter und Dekoration mit 180 Verlängerungskabeln. «Ich mache alles selbst, denn es muss perfekt sein. Alles muss gerade sein und jedes Licht muss leuchten.»

Selbst Hurrikan «Sandy» im Oktober 2012 konnte ihn nicht aufhalten: «Ich hatte das halbe Haus fertig, doch der Sturm blies nichts weg, ich hatte alles gut festgemacht», sagt er stolz. Sein Haus leuchtet jedes Jahr vom Thanksgiving-Feiertag, dem dritten Donnerstag im November, bis zum 6. Januar. Er bewacht es dann rund um die Uhr, um Kurzschlüsse und Brände zu verhindern.

Laut Lynch besuchen jedes Jahr Tausende das Lichterhaus. «Mein Sohn war zwei Jahre alt, als wir zum ersten Mal herkamen. Jetzt ist er sechs. Wir kommen jedes Jahr weil er es so toll findet», sagt etwa Eric Ernst aus Queens. Dieses Jahr sei die Familie früher als sonst gekommen - «kurz vor Weihnachten ist es hier rappelvoll».

Lynch erzählt von einem Besucher, der sein Haus aus der Luft gesehen hatten, als sein Flugzeug vom New Yorker Flughafen LaGuardia abhob. Der Mann sei im nächsten Jahr wiedergekommen um das Lichtspektakel vom Boden aus zu betrachten.

Jedes Jahr sammelt der pensionierte Polizeibeamte von Besuchern Tausende Dollar an Spenden für eine Kinderkrankenhaus. «Meine Kinder sind gesund, das ist das Mindeste, dass ich tun kann», sagt der dreifache Vater.

Und auch nachdem die Lichter erloschen sind, geht die Arbeit weiter. Lynch verbringt dann mehrere Tage damit, die Dekoration wieder einzupacken und sie in der Garage und auf dem Dachboden zu verstauen. «Es ist zu einer Tradition geworden. Ich muss es jedes Jahr machen», sagt er. «Ich habe keine Wahl. Wenn ich es nicht tue, macht es mein Sohn.» Eins möchte Lynch aber nicht verraten: Die Höhe seiner Stromrechnung.