Karstadt-Betriebsrat will rasche Einigung im Tarifstreit

Der Karstadt-Betriebsrat drängt auf eine schnelle Lösung im Tarifstreit bei der Essener Warenhauskette.

Karstadt-Betriebsrat will rasche Einigung im Tarifstreit
Caroline Seidel Karstadt-Betriebsrat will rasche Einigung im Tarifstreit

Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt sagte den «Stuttgarter Nachrichten», er wolle den 20 000 Beschäftigten bis Ende Oktober eine Lösung im Streit um die von der Konzernspitze geforderte «Tarifpause» präsentieren. Ziel sei es, eine Alternative zum Tarifaustritt zu finden.

Karstadt-Arbeitsdirekter Kai-Uwe Weitz skizzierte in einem Gespräch mit der «Wirtschaftswoche» eine mögliche Kompromisslinie: Um die ersten wirtschaftlichen Erfolge nicht zu gefährden, benötige das Unternehmen eine finanzielle Entlastung. «Es braucht keine Einschnitte in den Besitzstand», sagte er. Dass Pragmatismus möglich sei, zeige das Beispiel Esprit. So hatte sich Verdi mit dem Modeunternehmen auf eine stufenweise Einführung des Flächentarifs verständigt. Es sei nun ein erster Erfolg, dass beide Seiten ergebnisoffen verhandelten.

Der Essener Warenhauskonzern hatte im Mai eine zweijährige Tarifpause angekündigt und im gleichen Zug für die Zeit bis 2015 bei den Arbeitgeberverbänden eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung angemeldet. Das Unternehmen wollte so drohende Mehrbelastungen in Millionenhöhe abwenden. Die Pläne stießen bei Verdi und den Beschäftigten auf heftigen Widerstand.

Auch Patzelt sprach nun von einem Erfolg, dass die Tarifparteien es geschafft hätten, sich an einen Tisch zu setzten. «Alle Beteiligten sind bereit, gemeinsam über Lösungen zu diskutieren. Die Position des Betriebsrats ist dabei natürlich, dass wir nicht ohne Tarifvertrag leben können», sagte er.

Der Betriebsratschef bekräftigte gleichzeitig, er baue auf die Zusage des Karstadt-Eigners Nicolas Berggruen, dass er zum Unternehmen steht - auch, wenn er noch keine Investitionen zugesagt habe. «Er hat sich dazu bekannt, auch in schwierigen Zeiten zu Karstadt zu stehen und ich habe keinen Grund, ihm das nicht zu glauben», sagte Patzelt dem Blatt.