Karstadt will jeden 10. Arbeitsplatz streichen

Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt will nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» in seinen Filialen mehr als jeden zehnten Arbeitsplatz abbauen.

Die Zahl der Vollzeitstellen solle bis 2016 um 1271 auf 8170 reduziert werden, berichtete die Zeitung (Montag) unter Berufung auf ein Zukunftskonzept des Unternehmens. Die Personalkosten sollten so um 64 Millionen auf 308 Millionen Euro gesenkt werden. Auch der «Nordbayerische Kurier» hatte zuvor über Streichungspläne berichtet.

Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt warnte die Karstadt-Führung davor, «auf Kosten von Kundennähe und Service» zu sparen. «Wir dürfen in der Sanierung den Kunden nicht aus den Augen verlieren», sagte Patzelt der «WAZ» (Dienstagsausgabe).

Auch von Verdi kam Kritik. Eine Gewerkschaftssprecherin sagte: «Für ein erfolgreiches Warenhaus, das diesen Namen noch verdient, braucht man ausreichend Personal auf der Fläche. Daran darf nicht gesägt werden.» Sie forderte die Karstadt-Führung auf, zeitnah die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen.

Nach früheren Angaben der Gewerkschaft plant die Unternehmensführung neben der bereits beschlossenen Schließung von sechs Häusern den Abbau von insgesamt rund 2000 Stellen. Auch Hunderte von Stellen in der Essener Zentrale sollen demnach wegfallen.

Der Hintergrund: Auch nach dem Einstieg des österreichischen Immobilieninvestors René Benko kämpft die Warenhauskette weiterhin mit sinkenden Umsätzen.