Kassenärzte: Reform löst kein Problem der Klinikstrukturen

Die Krankenhausreform der Bundesregierung hat nach Einschätzung der Kassen-Ärzte ihr Ziel verfehlt. Es werde im Gegenteil dafür sorgen, dass einige Krankenhäuser nur weiter mit durchgeschleppt werden.

Kassenärzte: Reform löst kein Problem der Klinikstrukturen
Maurizio Gambarini Kassenärzte: Reform löst kein Problem der Klinikstrukturen

Die Reform werde kein wirkliches Problem der Klinikstrukturen in Deutschland lösen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur.

Unstrittig sei, dass Deutschland eine starke stationäre Struktur mit Hochleistungskliniken brauche. Und man brauche leistungsstarke Universitätskliniken, argumentierte Gassen. «Das kann aber nicht dadurch geschehen, dass ich jetzt Universitätskliniken vertragsärztliche Versorgung machen lasse und Honorarküchelchen verteile.» Inzwischen hätten die Krankenhäuser ambulante Leistungen mit einem Finanzvolumen von drei bis fünf Milliarden Euro an sich gezogen.

Es gelte also, nicht notwendige Krankenhausstrukturen, «und die sind identifizierbar», durch kostengünstigere ambulante Strukturen zu ersetzen. Im Zusammenhang mit der Krankenhausplanung sollten die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mehr Kompetenz erhalten. «Wir machen da keine Front gegen die Kollegen im Krankenhaus auf, sondern streben eine bessere Kooperation an. So müsste ambulantes Operieren deutlich mehr gefördert werden», sagte Gassen.