Kassenprüfer untersuchen Kosten für Limburger Bischofsbau

Jetzt wird nachgerechnet: Kassenprüfer der Kirche nehmen den Bau der Limburger Bischofsresidenz unter die Lupe. Wie konnten die Kosten so steigen? Vom Ergebnis dürfte auch die Zukunft des Bischofs im Amt abhängen.

Kassenprüfer untersuchen Kosten für Limburger Bischofsbau
Thomas Frey Kassenprüfer untersuchen Kosten für Limburger Bischofsbau

Die von der Deutschen Bischofskonferenz berufene Kommission soll untersuchen, warum der Neubau statt der ursprünglich geplanten 2,5 Millionen Euro nun mehr mit mehr als 30 Millionen Euro zu Buche schlägt. Zudem geht es um die Frage, wer zu welchem Zeitpunkt davon gewusst und Entscheidungen getroffen hat. Unklar ist, wann Ergebnisse vorliegen. Tebartz-van Elst wird Verschwendung beim Bau der Residenz vorgeworfen.

«Es geht um die Klärung der Kosten, die Klärung der Finanzierung und die Erklärung der Entscheidungswege», teilte ein Sprecher der Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mit. Das Gremium setzt sich aus Finanz- und Baufachleuten sowie Kirchenrechtlern zusammen. Über alles Weitere sei Vertraulichkeit vereinbart worden, hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, erklärt.

Unklar ist daher, wo die Kommission tagt, wer ihr angehört und wann sie erste Ergebnisse liefern wird. Zollitsch hatte im Vorfeld betont, zügig handeln zu wollen. Schnellschüsse sollten aber vermieden werden. Vom Ergebnis der Prüfung könnte abhängen, ob der umstrittene Limburger Bischof im Amt bleiben darf oder nicht.

Tebartz-van Elst soll nach unterschiedlichen Angaben über die wahren Kosten des Baus informiert gewesen sein, zudem gehen nach Angaben des Vermögensverwaltungsrats des Bistums viele Kosten auf Sonderwünsche des Bischofs zurück. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat zudem einen Strafbefehl gegen ihn wegen falscher Erklärungen an Eides beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien.

Zollitsch war am Donnerstag im Vatikan von Papst Franziskus empfangen worden. Beide sprachen auch über den Limburger Skandal. Zollitsch sagte anschließend, das «mitbrüderliche Gespräch» habe ihn ermutigt, Einzelheiten wolle er aber wegen des «vertraulichen Charakters» nicht nennen.