Zahl der Beben-Opfer im Himalaya steigt

Die Zahl der Toten bei dem gewaltigen Himalaya-Erdbeben und mehreren Nachbeben ist auf mehr als 8300 gestiegen. Allein in Nepal kamen nach offiziellen Angaben vom Mittwoch mindestens 8200 Menschen ums Leben.

Im Nachbarland Indien starben rund Hundert Menschen, in China ebenfalls Dutzende. Weitere Tote werden befürchtet, da an den Berghängen zuletzt wieder zahlreiche große Erdrutsche abgingen und Siedlungen verschütteten.

Das Nachbeben am Dienstag hatte die Stärke 7,3, das große Beben vor zweieinhalb Wochen war mit 7,8 gemessen worden. Tausende Menschen zelten nun wieder im Freien, aus Angst, ihre Häuser könnten doch noch einstürzen. Zahlreiche Nepalesen klagen über Herzrasen, Panikattacken und Erkältungen vom Schlafen im Freien.

Sie kommen nicht zur Ruhe, da weitere Nachbeben den Himalaya erschüttern. Nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS waren seit dem Beben am 25. April mehr als 100 Nachbeben spürbar. Das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) in Nepal veröffentlichte auf Twitter das Foto einer Flasche: «Weil es keinen Erdbeben-Alarm gibt, lässt uns die Wasserflasche auf dem Fußboden wissen, wann wir rennen müssen!», heißt es dazu. Beginnt die Erde zu beben, schwappt das Wasser hin und her.

Die Schulen in den betroffenen Gebieten in Nepal würden nun nicht wie geplant an diesem Donnerstag, sondern erst am 30. Mai wieder öffnen, berichtete die Online-Seite «Ekantipur». Außerdem habe die Regierung die internationalen Ärzte-Teams gebeten, länger als geplant im Land zu bleiben.

Bei einem Hilfseinsatz im bergigen Gelände verschwand ein Hubschrauber der US-Armee. Er sei am Dienstag zuletzt in Charikot nahe des Epizentrums des Nachbebens gesehen worden und dann in der Region Tamakoshi gesichtet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Zunächst war unklar, ob der Helikopter abgestürzt oder notgelandet ist. An Bord der Maschine des Typs UH-1Y Huey seien sechs US-Marinesoldaten und zwei nepalesische Soldaten gewesen, sagte ein Sprecher des US-Militärs.

Nepal hat nach UN-Angaben derzeit selbst nur acht funktionierende kleine Militärhubschrauber. Deswegen helfen Indien, die USA und China mit zusammen 24 Helikoptern aus. Großbritannien wollte riesige, zweimotorige Transporthubschrauber schicken, doch bislang haben sie Nepal nicht erreicht. Indische Medien berichteten, die nepalesische Regierung erteile keine Genehmigung für die Chinooks - deswegen stünden sie nun in Indien herum. Kathmandu befürchte nämlich, die großen Hubschrauber könnten Dächer von den Häusern wehen und auf den kleinen provisorischen Landeplätzen nicht landen.