Keine Änderungen an EZB-Kurs erwartet

Die auswärtige Sitzung des EZB-Rates in Wien verspricht eine der weniger spektakulären zu werden: Nach dem gewaltigen Maßnahmenpaket aus dem März rechnen Volkswirte nun mit einer längeren Phase ohne Änderungen an der ultralockeren Geldpolitik.

Keine Änderungen an EZB-Kurs erwartet
Arne Dedert Keine Änderungen an EZB-Kurs erwartet

Führende Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten in den vergangenen Wochen gesagt, die jüngsten Entscheidungen müssten erst ihre volle Wirkung entfalten.

Im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche in vielen Euroländern hatte die Notenbank den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Zudem brummte sie Banken höhere Strafzinsen für geparktes Geld auf und weitete ihre milliardenschweren Anleihenkäufe aus.

Mit Spannung werden die neuen Prognosen der EZB zur Entwicklung von Jahresteuerung und Wachstum im Euroraum erwartet. Im März hatte die Notenbank ihre Inflationsprognose für 2016 drastisch von 1,0 Prozent auf 0,1 Prozent gesenkt. Für 2017 sagten die Währungshüter einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,3 Prozent voraus.

Viele Volkswirte rechnen damit, dass die EZB inzwischen mit etwas höheren Werten rechnet. Denn die niedrige Inflation ist zum großen Teil auf den drastisch gesunkenen Ölpreis zurückzuführen. Zuletzt wurde der Schmierstoff der Weltwirtschaft aber wieder etwas teurer.