Keine deutlich höhere Wahlbeteiligung im Bund erwartet

Nach dem verstärkten Zulauf zur Bayern-Wahl rechnet die Forschungsgruppe Wahlen nicht mit einem ähnlich deutlichen Anstieg der Wahlbeteiligung im Bund am kommenden Sonntag.

Dass in Bayern mehr Menschen wählten, habe mit der besonderen Situation in dem Bundesland zu tun, sagte Wahlforscher Matthias Jung am Montag in Mannheim der Nachrichtenagentur dpa.

«Diese Entwicklung kann man nicht zwangsläufig auf die Bundestagswahl übertragen. Da muss man sehr vorsichtig sein», so Jung. Eine leichte Zunahme sei aber möglich. Das hänge von der Dynamik des Wahlkampfes in den letzten Tagen vor der Entscheidung am 22. September ab.

In Bayern hatte die Wahlbeteiligung am Sonntag mit 63,9 Prozent deutlich über der von 2008 gelegen, als 57,9 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt hatten. Bei der Bundestagswahl 2009 lag die Beteiligung bei 70,8 Prozent.

Die Äußerung von SPD-Chef Sigmar Gabriel, wonach bei 70 Prozent Wahlbeteiligung Angela Merkel (CDU) Kanzlerin bleibe und bei 75 Prozent SPD-Herausforderer Peer Steinbrück Regierungschef werde, konnte der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen nicht nachvollziehen. Diese Aussage werde durch keinerlei Daten gestützt, es gebe keinen seriösen Zusammenhang, sagte Jung.