Keine Einigung: Klimagipfel vor Verlängerung

Keine Einigung in Sicht: Trotz intensiver Verhandlungen der 195 Länder um das Gerüst für einen Weltklimavertrag geht die Klimakonferenz in Peru wohl in die Verlängerung. Die meisten Teilnehmer gehen von einem Konferenz-Finale erst am Samstag aus.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wollte dennoch bereits zum eigentlich vorgesehenen Abschluss am Freitag abreisen. US-Außenminister John Kerry versuchte mit einer flammenden Rede, die Delegierten in der Hauptstadt Lima aufzurütteln.

Der Weltklimavertrag soll Ende 2015 in Paris vereinbart werden und 2020 in Kraft treten. Indem alle Staaten sich auf nationale Ziele für den Klimaschutz verpflichten, soll es gelingen, die Erderwärmung auf gerade noch beherrschbare zwei Grad zu begrenzen. Mit den bisher verkündeten Reduktionsvorhaben wird das nicht erreicht.

Ein Hauptknackpunkt in Lima war, welche Kriterien für die bis Ende März vorzulegenden Klimaziele gelten sollten. Die EU und andere Teilnehmer wollten, dass alle Länder vergleichbare und überprüfbare Ziele vorlegen.

Zu Hendricks vorzeitiger Abreise sagte ihr Sprecher der Deutschen Presse-Agentur, das sei bereits länger so geplant gewesen. Wenn die Klimakonferenz bis in den Samstag hinein dauere, werde Hendricks von Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth vertreten.

US-Außenminister Kerry betonte, der Klimawandel sei menschengemacht und könne von Menschen aufgehalten werden. Er erkannte die Verantwortung der Industrieländer für den Klimawandel an, nahm die Entwicklungsländer aber im Kampf gegen die Erderwärmung mit in die Pflicht. «Jedes Land hat die Verantwortung, seinen Teil zu tun.»

Über 50 Prozent der Treibhausgase kämen aus Entwicklungsländern. Notwendig sei deshalb eine globale Lösung. Die Industriestaaten müssten den schwachen Staaten dabei helfen. Das angestrebte Weltklimaabkommen sei deshalb nicht nur eine Option, sondern eine «dringende Notwendigkeit». Das Zeitfenster, um den Klimawandel aufzuhalten, schließe sich schnell.

Skeptisch äußerte sich Kerry mit Blick auf fossile Brennstoffe. Kurzfristig erschienen Kohle und Öl als billigere Option. «Aber wir müssen die echten Kosten berechnen», forderte er mit Verweis auf die Milliardenschäden durch Naturkatastrophen und Krankheiten. Der Wandel zu alternativen Energien schaffe Jobs, und die Energieversorgung sei mit ihnen nicht mehr abhängig von bestimmten Weltregionen.