Keine heiße Spur nach Raubüberfall auf KaDeWe

Nach dem Raubüberfall auf das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe hat die Polizei noch keine Spur von den Tätern und ihrem Fluchtwagen. Fest steht: «Sie haben definitiv Beute gemacht», sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Die Höhe ist noch unklar.

Keine heiße Spur nach Raubüberfall auf KaDeWe
Paul Zinken Keine heiße Spur nach Raubüberfall auf KaDeWe

Vier oder fünf Maskierte hatten am Samstagmorgen mitten im Weihnachtstrubel einem Sicherheitsmann Reizgas ins Gesicht gesprüht und Vitrinen mit teurem Schmuck und Uhren zerschlagen. Sie flohen in einem dunklem Auto. Schüsse fielen nach Polizeiangaben nicht. Elf Menschen wurden laut Feuerwehr vor Ort vom Rettungsdienst versorgt, darunter ein kleines Kind. Sie sollen Reizgas eingeatmet haben.

Wie viel und was die Räuber mitnahmen, iszt noch nicht bekannt. Der Wert der Beute lag nach Angaben des «Tagesspiegel» im sechsstelligen Bereich. Die Polizeisprecherin äußerte sich dazu nicht. Die Täter hatten nicht nur Reizgas dabei, sondern auch eine Schusswaffe. Unklar sei aber, ob diese echt war, hieß es weiter. Das KaDeWe wurde nach dem Raub zunächst geschlossen, aber wenig später wieder geöffnet.

Viele Zeugen wurden befragt

Die Täter gelangten über einen Seiteneingang in Deutschlands berühmtestes Kaufhaus. Der Überfall geschah etwa eine Stunde nach Öffnung des Hauses in der Nähe des Kurfürstendamms. Am letzten Wochenende vor Heiligabend war es besonders gut besucht. «Es gibt sehr viele Zeugen, die wir schon befragt haben oder noch befragen», hieß es bei der Polizei. Deren Aussagen seien aber teils nicht deckungsgleich; etwa bei der Frage, womit die Vitrinen eingeschlagen wurden. Einige Zeugen sagten, es sei ein Hammer gewesen; andere sahen eine Axt.

Der Überfall am Samstag ereignete sich genau ein Vierteljahr nach dem Raubüberfall auf einen Geldboten vor einem nahe gelegenen Apple-Geschäft. Auch in diesem Fall hatten sich die Täter den Samstags-Geschäftstrubel zunutze gemacht.