Keine Hooligan-Demonstration in Berlin: Pläne für Hannover

Nach den Straßenschlachten mit Hooligans in Köln Ende Oktober bleibt Berlin von einer ähnlichen Kundgebung rechtsradikaler Kräfte verschont.

Keine Hooligan-Demonstration in Berlin: Pläne für Hannover
Thilo Schmülgen Keine Hooligan-Demonstration in Berlin: Pläne für Hannover

Der Antrag für die Demonstration am 15. November in der Hauptstadt ist nach Behördenangaben ungültig. Ein Online-Formular zur Anmeldung war demnach allem Anschein nach mit einem falschen Namen unterzeichnet worden. Eine Hooligan-Demonstration in Hamburg sagte der Antragsteller ab. Stattdessen wurde nun für den 15. November in Hannover eine Demonstration gegen Islamismus angemeldet.

Die Demonstration in der niedersächsischen Landeshauptstadt steht laut Polizei unter dem Motto «Europa gegen den Terror des Islamismus». Nach Informationen des NDR stehen dahinter Hooligans. Die Behörden prüften ein Verbot.

In Köln hatten sich vor einer Woche rund 4800 Hooligans mit Rechtsextremen versammelt und die Polizei angegriffen. Fast 50 Polizisten wurden bei Straßenschlachten verletzt. Offizieller Anlass war der Protest gegen radikal-islamistische Salafisten, doch hatte die Menge auch ausländerfeindliche Parolen skandiert.

In Berlin war seit Tagen über den Umgang der Behörden mit der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor diskutiert worden. Angeblich sollten 10 000 Teilnehmer kommen. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte angekündigt, die Demonstration möglichst verbieten zu lassen, um Gewalt zu verhindern. Nun gab es die Kehrtwende: Der Anmelder aus Nordrhein-Westfalen rief bei der Polizei an und teilte mit, er habe mit der Aktion nichts zu tun. Die Person ist polizeilich nicht einschlägig bekannt, war aber wohl im Umfeld der Kölner Demonstration aktiv.

Die Polizei will nun am Montag prüfen, ob Ermittlungen wegen Urkundenfälschung eingeleitet werden. Es gehe konkret um die Fälschung beweiserheblicher Daten.

In Berlin kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich gewaltbereite Hooligans anderen Protesten in der Hauptstadt anschließen. So gibt es etwa am 9. November eine angemeldete Demonstration von Rechtspopulisten am Reichstagsgebäude. «Wir beobachten die Situation und werden uns vorbereiten», sagt ein Polizeisprecher.