Keine Produktionskürzungen: Ölpreise und Aktienkurse fallen

Die gescheiterten Gespräche wichtiger Ölförderländer über Produktionskürzungen haben für Verunsicherung an den Finanzmärkten gesorgt. Die Ölpreise gerieten unter Druck, machten aber einen Teil ihrer anfänglich starken Verluste wieder wett.

Keine Produktionskürzungen: Ölpreise und Aktienkurse fallen
Juan Macri Keine Produktionskürzungen: Ölpreise und Aktienkurse fallen

Auch der Aktienhandel und die Währungen von Rohstoffländern litten unter der ausgebliebenen Einigung. Gespräche zur Deckelung der Produktion, um dem Preisverfall auf dem Weltmarkt entgegenzuwirken, waren am Sonntag in Katars Hauptstadt Doha gescheitert. Jetzt ist ein neues Treffen im Juni geplant. Bis dahin gehen viele Beobachter davon aus, dass auch Öl-Endprodukte wie Benzin und Heizöl im langjährigen Vergleich günstig bleiben.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel am Montag um knapp sieben Prozent auf ein Tagestief von 40,10 Dollar. Zuletzt erholte er sich aber wieder ein wenig und wurde mit 40,92 Dollar gehandelt - das sind aber immer noch 2,18 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel am Montagmorgen um 2,10 Dollar auf 38,27 Dollar, auch hier konnte sich der Preis etwas von den noch deutlicheren Verlusten zum Handelsstart absetzen.

Kurzfristig wirke sich ein Streik der Ölarbeiter in Kuwait stützend auf die Preise aus, kommentierten die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs. Zudem ist die Zahl der aktiven Ölförderanlagen und die Produktion in den USA zuletzt zurückgegangen. Allerdings dürften laut Goldman Sachs die Kursausschläge zunächst hoch bleiben.

Den Devisenexperten der Commerzbank zufolge wird der niedrige Ölpreis am Markt derzeit als Risiko für die Stabilität der erdölproduzierenden Länder aufgefasst. Insofern dürften die Investoren riskantere Anlagen wie Aktien eher meiden. So ging der deutsche Leitindex Dax am Montag mit Kursverlusten in den Handel.

Zugelegt haben jedoch die als sicher geltenden deutschen Anleihen. Am Devisenmarkt gerieten Währungen von Rohstoffländern wie der kanadische und der australische Dollar unter Druck. Gesucht wurde hingegen der als sicher geltende japanische Yen.