Kellerduell: Augsburg mit bitterer Schlappe gegen Bremen

Altmeister Claudio Pizarro huschte nach seiner so wichtigen Tor-Premiere breit grinsend in die Kabine - bei den geschlagenen Augsburgern herrschte nur noch Frust.

Ausgerechnet der zuletzt kritisierte Stürmerstar hat Werder Bremen im Kellerduell der Fußball-Bundesliga zu einem befreienden Sieg verholfen und die Situation von Schlusslicht FC Augsburg verschärft. Dem Peruaner glückte beim 2:1 (0:0)-Auswärtssieg am Sonntag das erste Tor nach seiner Rückkehr an die Weser (58. Minute); Fin Bartels (69.) gelang der zweite Treffer. FCA-Kapitän Paul Verhaegh konnte per Handelfmeter in den ersten Sekunden der Nachspielzeit nur noch verkürzen.

«Die Spiele kenn ich von meiner Mannschaft, dass wir agieren und agieren», haderte Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. «Wir betreiben viel Aufwand, aber vorne fehlt uns die letzte Durchschlagskraft.» Die Gastgeber, die sich nach einem 4:1 in der Europa League im Aufwind wähnten, trennen nun schon vier Zähler von der Nicht-Abstiegszone.

Bremen dagegen kletterte in der Tabelle auf Rang 14 und kann mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge etwas durchschnaufen. «Das war ein wichtiger Sieg, aber nicht der entscheidende», meinte Coach Viktor Skripnik. «Ich würde nicht unbedingt sagen, dass wir verdient gewonnen haben. Aber die drei Punkte nehmen wir gerne mit.»

An diesen drei Zählern hatte Routinier Pizarro entscheidenden Anteil. «Es war für mich sehr wichtig heute, das Tor gemacht zu haben», sagte er. «Das gibt Schwung für die Mannschaft.» Dennoch bleibt die Bilanz beider Teams auch nach dem Kellerduell ausbaufähig: Augsburg steht bei nur einem Sieg aus den vergangenen acht Partien. «Auch wenn wir heute nicht gewinnen, geht die Saison noch weiter. Es ist noch nicht zu Ende», hatte FCA-Präsident Klaus Hofmann vor der richtungweisenden Partie dem TV-Sender Sky gesagt. Die Bremer erkämpften sich den vierten Dreier in dieser Saison - das sind drei mehr als Augsburg.

Am Ende sorgten individuelle Fehler für das Ergebnis: Vor dem 0:1 hatte sich Raul Bobadilla einen Fehlpass am Mittelkreis geleistet, Santiago Garcia trieb den Ball Richtung Augsburger Tor, seine perfekte Flanke verwandelte Pizarro mit einem sehenswerten Volleyschuss. Einen Schnitzer von Innenverteidiger Ragnar Klavan bestrafte Bartels eiskalt - innerhalb von elf Minuten schien die über weite Strecken schwache Partie vor 28 122 Zuschauern entschieden.

Nach dem Strafstoß - der Bremer Ulisses Garcia hatte den Ball mit der Hand berührt - wurde es in den sechs Nachspielminuten aber noch einmal richtig spannend.

Zu Beginn merkte man beiden Mannschaften an, dass sie nicht schnell in Rückstand geraten wollen. Doch plötzlich war Bobadilla war da: Nur um Zentimeter rutschte der Torjäger an einer abgefälschten Flanke von Phillip Max vorbei (9.). Vor seinem Lupfer über Werder-Keeper Felix Wiedwald stand der Argentinier im Abseits, der Ball trudelte zudem am langen Pfosten vorbei (13.). Auch mit dem unplatzierten Schuss des Südkoreaners Dong-Won Ji hatte Wiedwald keine Mühe (32.).

Die beste Chance der Gäste vor der Pause hatte Bartels mit einem Pfostenschuss - danach verpasst Zlatko Junuzovic seinen dritten Saisontreffer nur ganz knapp (13.). Bei einem Blitz-Konter der Bremer, die auf ihren Kapitän Clemens Fritz (Muskelverhärtung) verzichten mussten, strich der Schuss von Levin Öztunali am langen Pfosten vorbei (31.). Nach der Pause hatte Augsburgs Torhüter Marwin Hitz Glück, dass der Schuss von Junuzovic abgeblockt wird (52.). Gegen Pizarro und Bartels war der Keeper dann aber machtlos.

Ballbesitz in %: 60,5 - 39,5

Torschüsse: 18 - 15

gew. Zweikämpfe in %: 51,4 - 48,6

Fouls: 13 - 20

Ecken: 7 - 4

Quelle: optasports.com