Kerber locker weiter - Auch Beck und Siegemund siegen

Spitzenspielerin Angelique Kerber und die beiden Außenseiterinnen Laura Siegemund und Annika Beck haben bei den Australian Open die dritte Runde erreicht.

Zwei Tage nach ihrem Zittersieg zum Auftakt gegen die Japanerin Misaki Doi gewann Kerber in Melbourne gegen Alexandra Dulgheru aus Rumänien klar mit 6:2, 6:4. Die Kielerin trifft nun auf Madison Brengle aus den USA. Danach könnte es zu einem deutschen Duell mit Beck oder Siegemund kommen, die am Samstag aufeinandertreffen.

Beck gewann in der zweiten Runde überraschend gegen die an Nummer elf gesetzte Schweizerin Timea Bacsinszky mit 6:2, 6:3. Siegemund rang zuvor die ehemalige serbische Nummer eins der Welt Jelena Jankovic mit 3:6, 7:6 (7:5), 6:4 nieder. Anna-Lena Friedsam war zuvor bereits in die dritte Runde eingezogen.

«Heute lief einfach alles besser», sagte Kerber nach ihrem klaren Erfolg. «Es war ein Unterschied zwischen Tag und Nacht.» Nur im zweiten Satz leistete sich die deutsche Nummer eins einen kleinen Durchhänger, geriet aber zu keiner Zeit wirklich in Gefahr.

Zur Einstimmung auf die Partie hatte sich Kerber am Tag zuvor ein paar Stunden mit einem Buch an den Yarra River gesetzt, um ein wenig abzuschalten. «Ich brauche ab und zu einfach ein bisschen Zeit für mich», sagte sie. Nun wartet die Amerikanerin Brengle, gegen die sie zuletzt in Brisbane klar in zwei Sätzen gewonnen hatte. «Sie ist gefährlich», warnte Kerber, «aber am Ende kommt es nur auf mein Spiel an. Ich bin die Nummer sechs der Welt - und das will ich auch zeigen.»

Siegemund machte gegen Jankovic das Spiel ihres Lebens und steht erstmals bei einem Grand-Slam-Event in der dritten Runde. «Der Sieg bedeutet die Welt für mich», sagte Siegemund nach dem größten Erfolg ihrer Karriere. «Es war unglaublich, vor diesem Publikum zu spielen. Es hat so viel Spaß gemacht», sagte die Nummer 97 der Welt.

Sie trifft nun auf ihre Freundin Beck, die gegen Bacsinszky groß auftrumpfte. «Da wird es morgen am freien Tag sicher ein paar Witze geben», sagte Beck. Die Bonnerin war sehr zufrieden: «Ich habe das, was ich mir vorgenommen hatte, sehr gut umgesetzt.»

Beendet sind die Australian Open dagegen für Sabine Lisicki. Die Berlinerin verlor gegen Denisa Allertova aus Tschechien mit 3:6, 6:2, 4:6. Lisicki war dabei ihr Fitnessrückstand nach der langen Pause wegen einer Knieverletzung deutlich anzumerken. «Mir fehlen einfach noch die Matchpraxis und die Schläge aus dem Training.»

Nach der Rückkehr nach Deutschland will sie daher einen weiteren Reha-Block einbauen, um ihre Defizite aufzuholen. Zudem hat sie sich für die nahe Zukunft etwas ganz Besonderes vorgenommen. In ihrem Garten in Köln will die ehemalige Wimbledon-Finalistin ihren eigenen Tennisplatz bauen und dafür rund 65 000 Euro investieren. «Damit ich dann spielen kann, wann ich will und so lange, wie ich möchte.»

Wie Lisicki ist auch Tatjana Maria raus, sie verlor gegen die Russin Jekaterina Makarowa mit 4:6, 2:6. Zum Abschluss des Tages hatte Julia Görges gegen die an Nummer neun gesetzte Tschechin Karolina Pliskova noch die Chance, in die dritte Runde einzuziehen.