Kerber nicht zu stoppen - Finale gegen Wozniacki

Angelique Kerber steht beim Tennis-Turnier in Stuttgart erstmals in ihrer Karriere im Endspiel. Die Kielerin gewann ihr Halbfinale gegen Madison Brengle aus den USA klar mit 6:3, 6:1 und greift damit nach ihrem zweiten Titel in diesem Jahr.

Kerber nicht zu stoppen - Finale gegen Wozniacki
Marijan Murat Kerber nicht zu stoppen - Finale gegen Wozniacki

Im Finale trifft die 27-Jährige nun auf Caroline Wozniacki. Die Dänin hatte im ersten Halbfinale die an Nummer zwei gesetzte Simona Halep aus Rumänien in fast drei Stunden mit 7:5, 5:7, 6:2 niedergerungen. Für Wozniacki ist es die zweite Final-Teilnahme in Stuttgart. 2011 hatte sie den Turniersieg durch eine Endspiel-Niederlage gegen Julia Görges verpasst.

Kerber kann damit als zweite Deutsche den Titel holen, seit das Turnier aus Filderstadt nach Stuttgart umgezogen ist. «Ich freue mich riesig, dass ich hier im Finale stehe», sagte die Norddeutsche. «Es war aber nicht so einfach. Nach dem Sieg gegen Maria Scharapowa haben alle erwartet, dass ich ins Finale einziehe. Ich habe den Druck gespürt», gestand Kerber, die die Titelverteidigerin aus Russland in der zweiten Runde in drei Sätzen besiegt hatte.

Gegen Brengle startete Kerber furios und lag schnell mit zwei Breaks vorne. Doch dann ließ bei der Schleswig-Holsteinerin ein wenig die Konzentration nach. Zudem schien ihr der dick bandagierte rechte Oberschenkel einige Probleme zu bereiten. Kerber bewegte sich nicht mehr ganz so gut wie zu Beginn, prompt kam Brengle etwas besser in die Partie und nahm Kerber zum ersten Mal das Service ab.

Die deutsche Nummer zwei wirkte etwas verunsichert und suchte Rat bei Coach Torben Beltz. Und die beruhigenden Worte ihres Trainers zeigten Wirkung. Kerber fand ihren Rhythmus wieder und holte sich nach genau 30 Minuten mit dem zweiten Satzball den ersten Durchgang.

Im zweiten Abschnitt musste die viermalige Turniersiegerin dann nur zu Beginn eine Schrecksekunde überstehen. Brengle, die im Januar bei den Australian Open in der ersten Runde Andrea Petkovic ausgeschaltet hatte, schaffte ein schnelles Break. Aber danach unterliefen der Nummer 43 der Welt wieder viele leichte Fehler, so dass Kerber den Aufschlagverlust sofort wieder wettmachen konnte.

Fortan war sie nicht mehr aufzuhalten. Mit dem ersten Matchball machte sie den Finaleinzug unter den Ovationen der rund 5000 Zuschauer in der ausverkauften Arena perfekt.

Im ersten Halbfinale hatten sich Wozniacki und Halep einen phasenweise hochklassigen Schlagabtausch über fast drei Stunden geliefert. Am Ende hatte die Dänin die größeren Kraftreserven und entschied den dritten Satz klar für sich. «Wenn du bei einem Turnier mit solch einem hochklassigen Teilnehmerfeld im Finale stehst, dann weißt du, dass du eine gute Woche gespielt hast», sagte Wozniacki. «Wenn du siehst, dass deine Gegnerin müde wird, dann merkst du, dass sich all die harten Stunden im Fitnessraum auszahlen.»