Kerber und Beck im Achtelfinale von Melbourne

Angelique Kerber und Annika Beck haben das deutsche Achtelfinal-Duell bei den Australian Open perfekt gemacht.

Kerber gewann in Melbourne gegen die Amerikanerin Madison Brengle klar mit 6:1, 6:3. Beck setzte sich gegen ihre Freundin Laura Siegemund mit 6:0, 6:4 durch. Damit steht auf jeden Fall eine deutsche Tennisspielerin beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison im Viertelfinale. Am Sonntag hat zudem Anna-Lena Friedsam die Chance, in die Runde der besten Acht einzuziehen. Die deutsche Meisterin steht gegen die polnische Weltranglisten-Vierte Agnieszka Radwanska aber vor einer schweren Aufgabe.

«Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung heute», sagte Kerber nach ihrem ungefährdeten Erfolg in gerade einmal 57 Minuten. «Ich spiele von Runde zu Runde besser», meinte die deutsche Nummer eins. Im vergangenen Jahr war sie in Melbourne bereits in der ersten Runde gescheitert.

Gegen Brengle geriet sie zu keiner Zeit in Gefahr. Der erste Satz dauerte nur 24 Minuten. Auch im zweitem Durchgang ließ sie sich von einem frühen Break nicht verunsichern. Stattdessen nahm sie Brengle sofort ebenfalls den Aufschlag ab. Zum 5:3 gelang ihr ein weiteres Break, damit war der Weg in ihr drittes Melbourne-Achtelfinale frei.

Dort wartet in Beck nun eine weitere Deutsche. «Es ist toll, dass wir gegeneinander spielen. Eine von uns kommt damit auf jeden Fall weiter», sagte Kerber. Beck konnte ihren Erfolg nach der Partie gegen Siegemund noch gar nicht glauben. «Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Das ist der bislang größte Erfolg meiner Karriere», sagte Beck, die erstmals überhaupt bei einem der vier Grand-Slam-Turniere im Achtelfinale steht.

Im vergangenen Jahr hatte sie bei den French Open in der dritten Runde gestanden, ihre bisherigen Karriere-Highlights waren die Titel in Québec (2015) und Luxemburg (2014). «Ein Turniersieg hat immer etwas Spezielles, aber ich glaube, auf der großen Bühne sein bestes Tennis zu zeigen, das ist es, wofür man arbeitet», sagte die Nummer 55 der Welt.

Beck dominierte gegen Siegemund von Beginn an die Partie. Nach gerade einmal 34 Minuten sicherte sie sich den ersten Satz. Auch im zweiten Abschnitt schaffte die 21-Jährige zwei schnelle Breaks. Erst nach einer kurzen Behandlungspause gelang Siegemund der erste Spielgewinn. «Das muss man auch erst einmal schaffen, die ersten neun Spiele zu verlieren, obwohl man gar nicht nervös ist», sagte die 27-Jährige.

Immerhin durfte sich die Schwäbin über den kostenlosen Besuch eines Musicals in Melbourne freuen. Beck und Siegemund hatten vor dem Spiel vereinbart, dass die Siegerin des Duells die Tickets bezahlen muss. «Das ist mein einziger Trost», sagte Siegemund schmunzelnd.

Überraschend ausgeschieden ist die Weltranglisten-Dritte Garbiñe Muguruza. Die Spanierin verlor gegen Barbora Strycova aus Tschechien klar mit 3:6, 2:6. Dafür wird Victoria Asarenka ihrer Rolle als Geheimfavoritin immer mehr gerecht: Die Weißrussin gewann gegen die Japanerin Naomi Osaka mit 6:1, 6:1.