Kießling beendet Torfluch: Bayer siegt 3:1 in Hannover

Vollgasfußball mit Verspätung: In einer erst in der zweiten Hälfte hochattraktiven Partie hat Bayer Leverkusen einen neuen Clubrekord von Hannover 96 verhindert und in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgefunden.

Kießling beendet Torfluch: Bayer siegt 3:1 in Hannover
Carmen Jaspersen Kießling beendet Torfluch: Bayer siegt 3:1 in Hannover

Durch ein 3:1 (0:0) überholte der Champions-League-Teilnehmer die Niedersachsen in der Tabelle und rückte auf den vierten Rang vor. 96 verpasste durch es durch die verdiente Niederlage, erstmals in der Vereinsgeschichte vier Erstliga-Spiele ohne Gegentor zu überstehen.

Nach 860 Minuten ohne Treffer beendete Bayer-Stürmer Stefan Kießling (46. Minute) am zwölften Spieltag die längste Durststrecke seiner Karriere und brachte die Gäste in Führung. Heung Min Son (55.) und der starke Nationalspieler Karim Bellarabi (71.) erzielten die weiteren Treffer. Ceyhun Gülselam (60.) gelang vor 40 800 Zuschauern mit seinem ersten Bundesliga-Tor lediglich der zwischenzeitliche Anschlusstreffer für die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut.

Hannover hatte durch die gewohnt offensive Verteidigung der Gäste von Anfang an kaum Gelegenheiten, einen geordneten Spielaufbau aufzuziehen. Mit hohem läuferischen Aufwand verhinderte das Team von Roger Schmidt die meisten Angriffsversuche der Gastgeber bereits an der Mittellinie. Doch der Aufwand des Werksclubs führte im ersten Durchgang nicht zum gewünschten Ertrag.

Leverkusen setzte überraschend auf Roberto Hilbert und Sebastian Boenisch als Außenverteidiger, die beide regelmäßig aufrückten, um ihre Mittelfeldkollegen beim Pressing zu unterstützen. Der wiedergenesene 96-Kapitän Lars Stindl, der erstmals in dieser Saison in der Startelf stand, kam dadurch kaum zur Entfaltung.

Nach zehn Minuten hätte Kießling seinen Torfluch bereits beenden können. Der ehemalige Nationalspieler scheiterte aus spitzem Winkel aber am Außennetz. Die intensiven Bemühungen führten im ersten Durchgang lediglich zu einem schnellen Übergewicht in der Zweikampfstatistik, Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware.

Die beste hatte Bellarabi (25.). Der Flügelstürmer kam jedoch nicht an seinem Nationalmannschaftskollegen Ron-Robert Zieler vorbei und scheiterte mit seinem Schuss am Außennetz. Nach seiner starken Leistung am Dienstag beim 1:0-Sieg der DFB-Elf in Spanien hatte Zieler immerhin einen kleinen Grund zur Freude: Der 25-Jährige stand gegen Bayer zum 120. Mal in Serie im 96-Tor und stellte dadurch den Rekord von Horst Podlasly aus dem Jahr 1968 ein.

Viel Arbeit kam auf den Keeper erst nach dem Seitenwechsel zu. Gonzalo Castro war gerade erst eingewechselt worden und bedankte sich prompt mit einer Torvorlage. Der Flügelspieler legte nach starkem Zuspiel von Hakan Calhanoglu auf den im Zentrum lauernden Kießling, der mühelos zur Führung einschob. Das 1:0 war für beide Teams ein Muntermacher. Nur zehn Minuten später sorgte Son nach feinem Dribbling für den zweiten Bayer-Treffer. Gülselam köpfte im Gegenzug einen Freistoß von Hiroshi Kiyotake in die Maschen.

Anschließende Angriffsbemühungen von Korkuts Team brachten die Leverkusener jedoch kaum mehr in Bedrängnis. Lediglich Joselu (65.) prüfte den starken Leno mit einem Fernschuss. Bellarabi nutzte das aus und krönte seine Leistung mit dem Treffer zum Endstand.