Poroschenko verteidigt Einsatz schwerer Waffen in Ostukraine

Nach den blutigsten Kämpfen im Donbass seit Monaten hat Präsident Petro Poroschenko den Einsatz schwerer Artillerie verteidigt. Das Militär habe bei der Ortschaft Marjinka einen Angriff der prorussischen Separatisten «angemessen erwidert», sagte er am in einer Rede zur Lage der Nation.

Der im weißrussischen Minsk Mitte Februar vereinbarte Friedensplan verbietet den Einsatz schwerer Kriegstechnik im Frontgebiet.

Der Staatschef machte Russland für die Gewalteskalation mit rund 20 Toten am Mittwoch verantwortlich. «Der Donbass hätte den Krieg bereits wie einen schlechten Traum vergessen, wenn Moskau genauso den Frieden gewollt hätte wie Kiew», sagte Poroschenko. Derzeit würden 14 russische Kampfgruppen mit insgesamt mehr als 9000 Soldaten an der Seite der Aufständischen im Donbass kämpfen, behauptete er.

Moskau weist solche Vorwürfe zurück. Außenminister Sergej Lawrow warf der Ukraine in Moskau vor, den Minsker Friedensplan zu gefährden.

Mehr als 50 000 ukrainische Soldaten seien im Kriegsgebiet im Einsatz, sagte Poroschenko. Bis zum Jahresende solle die Kampfstärke der Armee durch Einberufungen auf insgesamt 250 000 Soldaten erhöht werden, kündigte er an. Zugleich betonte er seinen Willen zum Frieden. «Der Krieg ist nicht unsere Wahl», sagte der Präsident.