Kion will bis 2020 an die Weltspitze

Auf dem Weg an die Weltmarktspitze will die Kion Gruppe ihr Geschäft in China und anderen Wachstumsmärkten massiv ausbauen.

Europas größter Gabelstapler- und Lagertechnik-Konzern will seinen japanischen Rivalen Toyota bis 2020 überholen, wie Vorstandschef Gordon Riske am Freitag vor Journalisten in der südchinesischen Küstenstadt Xiamen ankündigte. Dafür müsse Kion jährlich vier bis fünf Prozent zulegen, wofür jetzt die Weichen gestellt würden. «Wir wollen schneller wachsen als der Markt», sagte Riske auf den Feiern zum 20-jährigen China-Engagement von Linde, der größten Marke der in Wiesbaden ansässigen Kion-Gruppe.

Nach einem «sehr, sehr soliden» Geschäftsjahr 2013 wolle sich das börsennotierte Unternehmen im nächsten Jahr leicht verbessern, sagte Riske. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres steigerte Kion seinen Umsatz leicht um 0,3 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro und will das Jahr auf dem Vorjahresniveau abschließen. Für seine Wachstumsstrategie spiele China eine «Schlüsselrolle», sagte Riske. Durch die neue Kooperation mit dem chinesischen Ankerinvestor Weichai Power eröffneten sich neue Chancen.

Nirgendwo wächst das Geschäft schneller als in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft in China, das ein Viertel des Weltmarktes für Gabelstapler ausmacht. Das Reich der Mitte, wo Linde mit 42 Prozent Anteil den Markt für ausländische Anbieter anführt, trägt heute schon zu acht Prozent des Umsatzes bei. Die Zusammenarbeit mit dem Motorenhersteller Weichai, der zum staatlichen Konzern Shandong Heavy Industries gehört, nannte Riske ein «Musterbeispiel für die Kooperation zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen».

Der Einstieg bei Kion vor einem Jahr ist mit inzwischen 1,1 Milliarden Euro die bisher größte chinesische Direktinvestition in Deutschland. Die Partnerschaft mit Weichai eröffne einen besseren Zugang zu den wichtigen Wachstumsmärkten in China und Südostasien, sagte Riske. «Unser Ziel ist es, unseren Marktanteil in Asien kontinuierlich auszubauen.» In den ersten neun Monaten wuchs der Markt in Asien ohne Japan um 9,2 Prozent auf rund 248 900 Fahrzeuge.

Vor 20 Jahren startete Linde in Xiamen mit einem Joint Venture und übernahm 1999 die ganzen Anteile. Eine wichtige Rolle beim Ausbau des Geschäfts in China soll auch der chinesische Hersteller Baoli spielen, den Kion 2012 als Alleinaktionär übernommen hat. Er soll helfen, neben Premiumfahrzeugen von Linde mit einfacheren Gabelstaplern die Volumenmärkte in China und anderen Regionen wie Asien-Pazifik, Osteuropa und Lateinamerika besser zu erschließen. 2012 wurde in Indien auch der Hersteller Voltas übernommen.

Der Markt in Europa bleibt nach Einschätzung von Riske schwach. Er liege weiter unter dem Niveau von 2007 vor der globalen Finanzkrise. «Wir sehen nicht, dass das Geschäft in Südeuropa in fünf oder zehn Jahren zurückkommen wird.» In den USA, die bisher als «weißer Fleck» auf der Kion-Landkarte galten, sieht es mit zweistelligem Wachstum aber besser aus. Kion will sein Geschäft auch in den USA ausbauen seinen Marktanteil von derzeit nur 1,5 Prozent zumindest verdoppeln.