Kirschessigfliege übersteht den Winter besser als erhofft

Die heimische Pflanzen- und Tierwelt erwacht allmählich aus der Winterruhe - und mit ihr ein unerwünschter Schädling: Die Kirschessigfliege.

Kirschessigfliege übersteht den Winter besser als erhofft
Fredrik Von Erichsen Kirschessigfliege übersteht den Winter besser als erhofft

«Sie hat den Winter überstanden und wird uns wohl Ärger bereiten», sagte Heidrun Vogt vom Julius Kühn-Institut (JKI) in Dossenheim der Deutschen Presse-Agentur. Die erst vor wenigen Jahren aus Asien eingewanderte Fruchtfliegenart erweise sich als sehr robust.

Auch nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums in Mainz dürfte die Population des Schädlings durch den milden Winter nicht stärker dezimiert worden sein. Die zuletzt kühlere Witterung verlangsame jedoch die Entwicklung. Aus diesem Grund sei auch wenig Flugaktivität feststellbar. «Für eine valide Aussage über das Befallsrisiko und erwartbare Schäden ist es noch zu früh», teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Eine Entwarnung könne aber keinesfalls gegeben werden.

Eine Patentlösung, wie Landwirte, Winzer und Hobbygärtner ihr Obst vor den gierigen Winzlingen schützen können, gibt es bislang nicht. Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) legt ihre Eier in reife, bevorzugt rote Früchte, die daraufhin aufplatzen und faulen. Wichtig sei, die Pflanzen regelmäßig frei zu schneiden und möglichst wenige Früchte hängen zu lassen, rät JKI-Mitarbeiterin Vogt. Insektizide und Netze helfen bislang nur bedingt. «Alles andere ist noch in der Forschungs-Pipeline», sagte Vogt. Neue Methoden können sich überdies erst beweisen, sobald die ersten Früchte - etwa Erdbeeren oder Kirschen - reif sind. Das Insekt befällt aber auch Weintrauben.

Die Kirschessigfliege wurde nach JKI-Angaben erst 2008 in Europa nachgewiesen und zwar in Spanien. In Deutschland wurde sie demnach erstmals im Spätsommer 2011 in den drei Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz registriert. In Spanien, Frankreich und Italien habe sie bereits hohe Schäden verursacht. Das JKI ist das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen und hat 16 Institute in Deutschland.