Klöckner: Wir müssen AfD-Wähler zurückgewinnen

Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, hat eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD angemahnt. Zwar schließe sie eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei aus.

Klöckner: Wir müssen AfD-Wähler zurückgewinnen
Harald Tittel Klöckner: Wir müssen AfD-Wähler zurückgewinnen

«Deren Wähler sollten wir aber nicht beschimpfen, wir müssen sie zurückgewinnen», sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie könne verstehen, wenn Menschen Fragen, Sorgen und Ängste hätten. Man müsse aber klar machen, dass die Alternative für Deutschland (AfD) darauf keine Antworten habe.

«Wer gegen rechts Gesicht zeigen will, darf doch nicht sitzen bleiben, wenn es darauf ankommt.» Klöckner kritisierte damit ihre Rivalin Malu Dreyer (SPD), die aus Protest gegen die AfD ihre Teilnahme an einer Debatte im SWR heute Abend abgesagt hatte.

«Als politische Parteien können wir uns unsere Gegner doch nicht aussuchen», sagte Klöckner. Die beiden Spitzenkandidatinnen für die Wahl am Sonntag liegen nach der neuesten Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von «RTL Aktuell» mit 35 Prozent gleichauf.

Die AfD in Rheinland-Pfalz erreicht der Umfrage zufolge 9 Prozent. In den beiden anderen Ländern, in denen am Sonntag gewählt wird, ist die rechtspopulistische Partei noch stärker: Laut der Umfrage liegt sie in Baden-Württemberg bei 11 Prozent, in Sachsen-Anhalt bei 18 Prozent.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer rief die Wähler auf, sich bei ihrer Wahlentscheidung von landespolitischen Themen leiten zu lassen. Die AfD sei eine «Ein-Themen-Partei, eine reine Protestpartei», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die Bürger müssen aber sehen, dass es bei der Wahl am Sonntag um mehr geht, als nur Protest auszudrücken.»