Kämpfe im Großraum Damaskus

Syriens Regime liefert sich im Umland der Hauptstadt Damaskus erbitterte Kämpfe mit Rebellen. Bei der Explosion einer Autobombe an einem Militärposten wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 16 Soldaten getötet.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete am Samstag ebenfalls über die Explosion an der Zufahrt zum christlich-drusischen Vorort Dscharamana. Ziel des Anschlags seien aber Zivilisten gewesen, hieß es hier.

Wie die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, hatten die Regierungstruppen zuvor die benachbarte Ortschaft Al-Mleiha bombardiert und sich Kämpfe mit Rebellen geliefert. Hinter dem Bombenanschlag steckt nach Erkenntnissen der Aktivisten die radikal-islamische Al-Nusra-Front.

Das Umland von Damaskus wird zum großen Teil von Rebellen kontrolliert, die erbitterten Widerstand gegen Bombardierung und Belagerung leisten. Seit Tagen versuchen Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad vergeblich, Gebiete wie Al-Ghuta al-Scharkija und Muadamijeh zu stürmen. Inzwischen werden auch die schicken Stadtteile der Hauptstadt immer häufiger von Mörsergranaten getroffen.

Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen und Arabischen Liga für Syrien, Lakhdar Brahimi, begann am Samstag eine Reise zur Vorbereitung der im November geplanten Friedenskonferenz in Genf durch mehrere arabische Länder. Die internationale Gemeinschaft will dann gemeinsam mit Regime und Opposition eine Lösung in dem seit zweieinhalb Jahren andauernden Konflikt finden, dem bereits mehr als 100 000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Die Opposition will über eine Teilnahme in der kommenden Woche entscheiden. Am Nachmittag traf Brahimi zu politischen Gesprächen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ein. Nach Angaben seiner Sprecherin wird er gegebenenfalls auch Syrien und den Iran besuchen.

Mit Hilfe des Emirats Katar verhandelt der Libanon unterdessen mit syrischen Rebellen über die Freilassung neun schiitischer libanesischer Pilger, die seit mehr als einem Jahr in der Provinz Aleppo festgehalten werden. Das libanesische Innenministerium zeigte sich auf dpa-Anfrage zuversichtlich, dass die Geiseln bald wieder bei ihren Familien zu Hause seien. Im Gegenzug sollen nach dem Willen der Rebellen mehr als 200 syrische Frauen aus Gefängnissen in dem Bürgerkriegsland entlassen werden. Ebenso sollen zwei türkische Piloten freikommen, die von Bewaffneten im August in Beirut entführt worden waren.