IS dringt erneut in die nordsyrische Stadt Kobane ein

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist erneut bis in die nordsyrische Grenzstadt Kobane vorgestoßen. In der Nacht habe es in mehreren Ortsteilen schwere Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und den Extremisten gegeben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

IS dringt erneut in die nordsyrische Stadt Kobane ein
Sedat Suna IS dringt erneut in die nordsyrische Stadt Kobane ein

Ein IS-Kämpfer habe sich in der Nähe des Grenzübergangs zur Türkei mit einem Fahrzeug in die Luft gesprengt. Bei der Explosion und den Gefechten seien Dutzende Menschen getötet worden. Die Kämpfe gingen weiter.

Der IS hatte die vor allem von Kurden bewohnte Grenzstadt bereits im vergangenen Jahr angegriffen und große Teile Kobanes eingenommen. Mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Koalition gelang es den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in monatelangen Kämpfen jedoch, die Dschihadisten zurückzudrängen. Ende Januar wurde Kobane endgültig befreit. Kämpfe und Luftangriffe haben jedoch große Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt. Erst in den vergangenen Wochen war langsam wieder Leben nach Kobane zurückgekehrt.

Der neue IS-Angriff erfolgte nur wenige Tage, nachdem die Extremisten im Norden Syriens schwere Niederlagen gegen die Kurden einstecken mussten. In der vergangenen Woche hatten die Volksschutzeinheiten die weiter östlich gelegene Grenzstadt Tell Abjad befreit. Am Dienstag nahmen sie den Ort ein Ain Issa und rückten bis auf rund 50 Kilometer an die syrische IS-Hochburg Al-Rakka heran. Die Extremisten verloren durch die Niederlagen ihre wichtigsten Nachschubwege in die Türkei.