Köln vergibt Sieg beim 1:1 in Hoffenheim: Schmadtke wütet

Nach dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim beklagte sich Sportchef Jörg Schmadtke erst über mangelndes Fairplay, soll dann aber selbst aus der Rolle gefallen sein.

Köln vergibt Sieg beim 1:1 in Hoffenheim: Schmadtke wütet
Carmen Jaspersen Köln vergibt Sieg beim 1:1 in Hoffenheim: Schmadtke wütet

DER AUFREGER: Kurz vor dem späten Ausgleichstreffer durch Kevin Volland (90.+ 1 Minute) lag Kölns Lukas Klünter nach einer foulverdächtigen Aktion von Eduardo Vargas am Boden, doch die Hoffenheimer spielten den Ball nicht ins Aus. «Wir beerdigen als Liga an diesem Wochenende den Fairplay-Gedanken», schimpfte Kölns Sportchef Jörg Schmadtke im TV-Sender Sky. Trainer Peter Stöger gab sich später versöhnlicher und verwies auf das «Ermessen des Schiedsrichters, so zu entscheiden», aber es müssten sich dann eben alle nur danach richten. 1899-Trainer Julian Nagelsmann wiederum verstand die Aufregung der Gäste: «Ich hätte genauso reagiert.»

DIE FOLGEN: Schmadtke hat sich nach dpa-Informationen nach der viel diskutierten Szene unflätig gegenüber Nagelsmann benommen, entschuldigte sich später aber bei Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen. Nagelsmann sagte nur allgemein zum Ärger des Gegners: «Ich habe versucht, das ruhig zu regeln, das ist mir leider nicht ganz gelungen.»

DER ANGESCHLAGENE: Simon Zoller hatte die Kölner mit seinem sechsten Saisontor in der 69. Minute in Führung gebracht. Nach dem Spiel stand er barfuß, mit einer offenen Blase an der rechten Ferse und bandagierten Oberschenkeln vor den Reportern und kommentierte den Aufreger des Spiels so: «Wir hätten den Ball rausgespielt.»

DAS KURZFAZIT: «Ach ja... Also ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft wirklich sehr zufrieden. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Mit dem Ergebnis am Ende bin ich dann nicht mehr ganz so zufrieden. Dankeschön.» (Komplette Analyse von Kölns Trainer Peter Stöger).

DER LERNENDE: Für Julian Nagelsmann war es ein erster Rückschlag im Abstiegskampf, jedenfalls auch das schlechteste Spiel unter seiner Regie. Der mit 28 Jahren jüngste Bundesliga-Trainer räumte ein: «Stolz sind wir nicht auf die Leistung, aber mit dem Ergebnis können wir leben.» Erstmals seit dem achten Spieltag steht die TSG als Tabellen-14. nicht mehr auf einem Abstiegs- oder auf dem Relegationsplatz. Und mit 14 Punkten hat Nagelsmann in acht Spielen die gleiche Ausbeute wie seine beiden Vorgänger Markus Gisdol und Huub Stevens zusammen in 20 Begegnungen.

DER ANGSTGEGNER: In den letzten neun Duellen mit Köln gab es keinen Sieg für Hoffenheim. Der letzte Sieg der Kraichgauer datiert vom 21. November 2009 (4:0 in Köln).

DER GENTLEMAN: Hoffenheims Abwehrspieler Ermin Bicakcic ist wohl der einzige Bundesliga-Profi, der in der Mixed Zone nach dem Spiel immer jedem Reporter die Hand schüttelt. Die höfliche Geste hatte diesmal aber auch taktische Gründe: «Erstmal durchpusten!», meinte er grinsend.